Neubeuern – Um den Austausch untereinander zu stärken, luden die Freien Wähler Neubeuern die Gewerbetreibenden aus dem Ort unter dem Motto „Neubeuerns Wirtschaftskraft“ ein.
Der Vorsitzende der Freien Wähler, Alois Holzmaier, hob hervor, dass Neubeuern in erster Linie als Wohngemeinde und nicht so sehr als Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird. Daraus ergibt sich, dass sich das Gewerbe sehr gut in den Ort einfügt. Es sollte aber hervorgehoben werden, welche Bedeutung die Betriebe für Neubeuern haben.
Kommunikation und
Vernetzung wichtig
Bei ersten Betriebsbesuchen kristallisierten sich wichtige Themen heraus, wie beispielsweise die Vernetzung untereinander oder welche Bedürfnisse es gibt, um miteinander in Kontakt zu kommen.
Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) erläuterte in seinem Vortrag, dass die Haupteinnahmequelle für Gemeinden die Realsteuern sind. Das sind zum einen die Grund- und die Gewerbesteuer und die Einkommensteuer. Die Gewerbesteuer sei die einzige variable Einnahmequelle. Während man bei Gebühren wie Wasser, Kanal und so weiter kostendeckend arbeitet und die Einkommensteuereinnahme gedeckelt ist, hat die Gemeinde bei der Gewerbesteuer Handlungsspielraum. Diesen bräuchte es, um Investitionen zu tätigen und die Gemeinde autark aufzustellen.
Wichtig sei auch die kommunale Daseinsvorsorge wie beispielsweise die Abwasserbeseitigung, aber es gibt darüber hinaus eine Daseinsvorsorge, bei der Neubeuern im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr gut aufgestellt ist. Demnach gibt es einen guten Dienstleistungsservice, wo man noch wohnortnah Leistungen erhalten kann.
Um die Unternehmer am Ort zu unterstützen beziehungsweise zu einer Ansiedlung zu animieren, müssten Rahmenbedingungen wie eine Flächenverfügbarkeit geschaffen werden. Die nächste große Aufgabe der Gemeinde müsste der Durchbruch bei der Suche nach Gewerbeflächen sein. Auch der Fachkräftemangel ist ein großes Thema. Einer der Gründe dafür ist die Wohnraumthematik. Nach guten Bewerbungsgesprächen kämen oft Absagen, weil die Bewerber am Ort keine Wohnung finden.
Der Rathauschef stellte dabei auch die Frage, was Unternehmer machen könnten, um Gehör in der Gemeinde zu bekommen. Es wäre für die Gemeinde absolut hilfreich, wenn bei den Bürgerversammlungen auch Handwerk, Gewerbe und Dienstleister anwesend wären, um dort auf wichtige Themen aufmerksam zu machen.
Es fehlen auch direkte Ansprechpartner für die Gemeinde, um feststellen zu können, wo die Unternehmer hinwollen. „Was eigentlich fehlt, das ist ein Gewerbeverband“, so Schneider.
Christina zur Hörst wies darauf hin, wie wichtig der Tourismus für Neubeuern sei, denn „der Tourismus speist das Gewerbe“.
Der Zweite Bürgermeister Wolfgang Sattelberger (CSU) wies darauf hin, dass die Gemeinde in Bezug auf ein Gewerbegebiet auf einem guten Weg und in Verhandlungen sei.
Allerdings muss das Ganze auch finanzierbar sein. Zudem sollten die Gewerbetreibenden, wenn sie einen Betrieb bauen, auch Mitarbeiterwohnungen planen. Der Abneigung in der Bevölkerung gegen ein neues Gewerbegebiet könnte mit dem Argument entgegengetreten werden, dass kein Industriegebiet entsteht, sondern für das heimische Gewerbe Platz zur Entwicklung geschaffen werden soll.eri