Oberaudorf/Erl – Seit Juli 2021 ist die Zollhausbrücke von Oberaudorf nach Erl gesperrt. Die Bauarbeiten sollten 2022 abgeschlossen sein, haben sich jedoch verzögert. Nun nähern sich die Reparaturen dem Ende.
„Die Brücke wird komplett erneuert“, sagt Georg Aicher-Hechenberger, Bürgermeister von Erl. Aktuell werden die Dachelemente aufgebaut und die Brücke verschalt – mit Holz, damit die Überfahrt aussieht wie vorher. Der einzige Unterschied: Das Holz ist heller, weil es neu ist.
Seit Juli 2021 war die Brücke gesperrt. Wegen Schädlingsbefall, Fäulnis und Feuchtstellen war die Überführung so beschädigt, dass die Tragsicherheit nicht mehr gegeben war. Ab Mitte Mai soll die Überfahrt Aicher-Hechenberger zufolge wieder möglich sein. „Wir sind froh, dass es die Brücke nun bald wieder gibt. Das ist eine wichtige Radfahrverbindung“, sagt der Bürgermeister.
Viele Nachfragen aus
dem Nachbarland
Viele Radfahrer hätten bei der Gemeinde Erl angefragt, wann die Überfahrt wieder frei ist. „Wirklich wahnsinnig viele Nachfragen“, betont er. „Die Brücke ist heiß begehrt.“ Besonders bei den Menschen aus Bayern. Von ihnen habe die Verwaltung mehr Anfragen bekommen als aus dem eigenen Bundesland.
Im Oberaudorfer Rathaus war die Situation ähnlich. „Die Bürger und Urlaubsgäste haben ständig nachgefragt“, sagt Florian Seebacher, Geschäftsleiter der Gemeinde. „Das ist eine ganz wichtige Verbindung zu den Nachbarn und die geht uns wirklich ab. Der Bedarf ist da.“
Einige Radfahrer hätten sich jedoch beschwert, weil sich die Bauarbeiten verzögert haben. Sie haben Anfang Dezember 2021 begonnen und sollten Mitte 2022 abgeschlossen sein. Aufgrund der Corona-Pandemie hat es jedoch Lieferschwierigkeiten gegeben. Mitarbeiter der Gemeinde Oberaudorf haben die Beschwerden an die Sachbearbeiter des Landes Tirol weitergeleitet.
Die Tiroler Behörden kümmern sich nicht nur um die Beschwerden, sondern auch um die Rechnungen. Die Kosten stehen aber noch nicht endgültig fest. Georg Aicher-Hechenberger schätzt sie auf 1,6 bis 2,2 Millionen Euro. „Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen.“
Das österreichische Bundesland trägt die Kosten laut dem Erler Bürgermeister allein. „Bayern hätte sich auch beteiligen sollen“, findet er. Die Brücke sei schließlich zur Hälfte auf bayerischem Gebiet. Wie Aicher-Hechenberger es findet, dass Tirol die Reparaturen nun allein trägt? „Bescheiden“, antwortet er und schiebt sogleich nach: „Ich will das jetzt aber nicht kritisieren.“
Finanzierung Sache
der Österreicher
Der Ursprung dafür liegt Florian Seebacher zufolge in der Historie der beliebten Brücke über den Inn. Der Erler Einstieg sei schon entstanden, bevor die große Straßenbrücke von Oberaudorf nach Niederndorf gebaut wurde. „Das war damals die wichtigste Verbindung“, sagt Seebacher. Die Nachbarn hätten sich damals darauf geeinigt, dass das Land Tirol für die Baulast zuständig ist.
Obwohl Radfahrer die Brücke voraussichtlich ab Mitte Mai nutzen können, wird sie erst am 2. Juni „offiziell übergeben“. Nach Angaben von Georg Aicher-Hechenberger wird das genaue Rahmenprogramm noch festgelegt.
Er wisse bisher nur, dass der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler an der Veranstaltung teilnehmen wird. Auch die Gemeinde Oberaudorf wird sich an dem Einweihungsfest beteiligen. Geschäftsleiter Florian Seebacher zufolge sei ein kultureller Austausch geplant – mit Musikkapelle und Freundschafts- kreis.