Vom Schneemangel profitiert

von Redaktion

„Eine ‚Wintersaison‘ im klassischen Sinn gibt es bei uns in Eggstätt nicht“, sagt Julia Hausmann. Dazu ist die kleine Gemeinde am Hartsee zu weit von den Skigebieten entfernt. Aber: Im vergangenen Winter war die Zahl der Übernachtungen wieder auf Vor-Pandemie-Niveau.

Eggstätt – Aufgrund der Lage an der Seenplatte und den vielfältigen sportlichen Möglichkeiten, wie Schwimmen, Wandern oder Radfahren, ist Eggstätt für Übernachtungsgäste eher eine „Sommer-Destination“, erklärt Julia Hausmann, die Leiterin der Tourist-Info. Im Winter kommt die Hartseegemeinde gerade einmal auf ein Zehntel der Übernachtungszahlen des am Fuße der Kampenwand gelegenen Aschau.

Corona hatte
enormen Einfluss

Im Winter 2019/2020 (November bis Februar) verzeichneten die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info 4131 Übernachtungen. Dann kam Corona und im folgenden Winter waren es gerade noch 476 Übernachtungen. Ein Jahr später stieg die Zahl schon wieder auf 2581 Übernachtungen und in diesem Winter waren es mit 4178 sogar ein paar mehr als im letzten Vor-Pandemie-Winter. Grundsätzlich zieht Julia Hausmann aber – was die Tagesausflügler betrifft – ein sehr positives Fazit der Wintersaison. „Unser Weihnachtsmarkt am Hartsee am ersten Adventswochenende war sehr gut besucht und auch für die Aussteller ein voller Erfolg. Man merkte richtig, dass die Besucherinnen und Besucher nach zwei Jahren Corona-Pause wieder Lust auf die Adventszeit und das Zusammenkommen hatten“, berichtet sie .

Auch in der vermeintlich ruhigen Zeit nach dem Jahreswechsel waren zahlreiche Tagesgäste zu beobachten, die die Seenplatte mit ihren 17 Gewässern und den Hartseerundweg erwandert haben. „Das ist bestimmt auch der schlechten Schneelage in den Bergen geschuldet – einige Skifahrer haben sicherlich ihre Skistiefel gegen Wanderschuhe getauscht“, sagt Julia Hausmann. Den Eindruck habe er durchaus auch, sagt Josef Ester vom Hartsee-Stüberl. „Bei angenehmen Wetter ist der Hartsee auch im Winter ein beliebtes Ziel.“ Allerdings war diesen Winter nicht genug Schnee, „es gab keine gespurte Loipe“. Und so lief bei ihm das Wintergeschäft auch nicht besser als sonst.

Die Eggstätter Touristik-Fachfrauen freuen sich jetzt auf das Frühjahr – „nicht nur, weil wir uns endlich besseres Wetter wünschen“, lacht Julia Hausmann. Die bisherigen Buchungszahlen sowie die Anfragen nach Infomaterial ließen auf eine sehr vielversprechende Sommersaison hoffen.

Derzeit kümmere sich der Bauhof intensiv um die Ertüchtigung des Hartsee-Freizeitgeländes. Die Sanierung des Minigolfplatzes und die Verbesserung der Beschilderung stehen im Fokus der Arbeiten. „Daneben erwartet unsere Gäste ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit – zum Beispiel – unserem beliebten Waldfest Anfang Juli oder dem großen Flohmarkt der Jungschützen.“

Im Juni feiern der Trachtenverein „D’Hartseer“ und die Feuerwehr Eggstätt ihr Doppeljubiläum mit Festwochen am Hartsee. Begleitend dazu zeigt die Gemeinde die Jubiläumsausstellung „250 Jahre Tracht & Tradition“ über die Geschichte der beiden Vereine vom 30. Mai bis 15. September im Haus des Gastes.

Neuerungen im
Tourismus-Programm

„Außerdem wollen wir in diesem Jahr erstmals Naturführungen anbieten“, kündigt Julia Hausmann an. „Unsere Gäste suchen sich Eggstätt gezielt für ihren Urlaub aus, weil man hier abseits der großen Besucherströme und direkt am Rand des ältesten Naturschutzgebietes Bayerns noch Ruhe und Entspannung findet.“ Deswegen sei es ihr Ziel, Freizeitangebote und Naturerlebnisse vor Ort zu schaffen.

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