Rott/Griesstätt – Mittwoch, 12. April, 13 Uhr: Mal wieder kracht es auf der B15 bei Rott/Griesstätt, zwei Personen, darunter ein Kind, werden verletzt. Der jüngste Unfall auf der B15 an der Abzweigung auf die St2079 nach Griesstätt ist noch keine Woche her. Es ist traurige Routine für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, dass sie dorthin ausrücken müssen. Das Staatliche Bauamt Rosenheim will endlich Abhilfe schaffen. Ein Verkehrsgutachten wurde in Auftrag gegeben. Auf das Ergebnis will die Behörde aber nicht warten.
Wie ein
mobiler Bordstein
Bereits seit mehreren Monaten ist deshalb die Geschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt. Nun sollen zusätzlich Leitschwellen installiert werden. „Diese kann man sich wie einen mobilen Bordstein vorstellen. Sie werden auf der Doppelmarkierung in der Mitte der Fahrbahn aufgebracht und können nicht überfahren werden. Dadurch sollen Überholvorgänge im Kreuzungsbereich ausgeschlossen werden“, erklärte das Staatliche Bauamt in einer Pressemitteilung.
Zusätzlich wird die Rechtsabbiegespur von Rosenheim kommend Richtung Griesstätt mit Markierungen verengt. Dadurch sollen die Abbiegegeschwindigkeit reduziert und damit die generelle Geschwindigkeit im gesamten Knotenpunkt weiter herabgesetzt werden“, erklärt die Behörde weiter.
Ist das die Lösung? Manfred Lunghammer, Erster Kommandant der Rotter Feuerwehr, ist skeptisch. Das lässt er im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung durchklingen. „Schauen wir mal, ob es was bringt“, sagt er. Denn seiner Meinung nach sind nicht Überholvorgänge das Problem an der Kreuzung, sondern viel mehr die Überforderung der Autofahrer.
Durch die vielen Kreuzungen, die hier zusammentreffen, müssten Pkw-Fahrer oft abbiegen, was die Konzentration strapazieren würde. Zudem würden sich an dieser Stelle schlicht viele Verkehrsteilnehmer tummeln, dadurch könne schnell jemand übersehen werden. „Der Unfall am 12. April war da ein typisches Beispiel“, erklärt Lunghammer. Zudem sei die Abbiegespur nach Griesstätt sehr kurz und würde zur Unübersichtlichkeit der Straße beitragen. „Man müsste die Autos früher wegbekommen“, glaubt Lunghammer. Trotzdem sei er froh, dass das Staatliche Bauamt Maßnahmen ergreife. Denn die Kreuzung bereitet auch der Rotter Feuerwehr jede Menge Arbeit. „Vergangenes Jahr waren wir mindestens zehn- mal dort.“ Auch Griesstätts Bürgermeister Robert Aßmus hofft darauf, dass die Leitschwellen, die am 17. April an der B15 bei Griesstätt installiert werden, „einen Effekt bringen und nicht ein Haufen Geld in den Sand gesetzt wird“, wie er sagt. Trotzdem sei er nicht vollends davon überzeugt, dass die Maßnahmen wirken würden.
Für den Rathauschef, ein ehemaliger Lkw-Fahrer, ist klar: Ein Kreisverkehr an der Stelle sei die Lösung. „Das sehen viele Bürger genauso, mit denen ich über diese Problematik gesprochen habe.
Kreisverkehr
als Lösung
Wir werden sehen, was letztendlich bei dem Verkehrsgutachten des Bauamts herauskommt“, sagt der Bürgermeister. Seit Langem sei die B15 bei Griesstätt ein Unfallschwerpunkt. Auch die zweite Abbiegespur, die vor einigen Jahren installiert worden sei, hätte bei vielen Kopfschütteln hervorgerufen. „Wir waren immer für einen Kreisverkehr – das ist auch heute noch so“, bekräftigt Aßmus die Forderung.