Leserforum

Gefährlicher Rückschritt – Bessere Lösung bleibt unbeachtet

von Redaktion

Zum Bericht „Für mehr Sicherheit auf der B15“ (Lokalteil):

Die Verkehrssicherheit an der Einmündung der Staatsstraße 2079 in die B15 bei Zainach besorgt die Verantwortlichen sicher schon viele Jahre. Laut Unfallgeschehen scheint insbesondere für die von Griesstätt kommenden Verkehrsteilnehmer das Einbiegen in die B15 riskant zu sein. Abhilfe sollen nach ersten Berichten nun Schwellen auf der B15 schaffen, um Verkehr abzusondern und die Kreuzung zu entzerren.

Was auf den ersten Blick nach Fortschritt und Sicherheit aussieht, mutet bei der Abwägung von Alternativen eher als unbrauchbarer oder gar gefährlicher Rückschritt an. Warum kein Kreisverkehr, für den an dieser Stelle ausreichend Platz wäre? Deutsche Verkehrsplaner haben sich trotz positiver Erfahrungen aus europäischen Nachbarländern nur zaghaft mit dem Kreisverkehr als Lösungsmöglichkeit angefreundet. Lieber noch eine Ampel als einen Kreisverkehr. Dabei ist letzterer eine seit mehr als hundert Jahren ungebrochene Erfolgsgeschichte. Er eignet sich dazu, sowohl Kapazitäts- als auch Sicherheitsprobleme nachhaltig zu lösen. Viele erinnern sich noch an das Chaos in Bad Aibling, in Raubling oder zwischen Pfaffenhofen und Westerndorf. Die Kreisel haben dort für nachhaltige Besserung gesorgt. Sogar die ungewohnte Links-vor-Rechts-Regel für die kreiselnden Pkw haben unsere Lenker rasch verstanden.

Teuer oder flächenfressend muss ein Kreisel auch nicht sein. In Frankreich oder Irland reicht für kleinere Kreisel nicht selten ein dicker blauer Mittel-Punkt aus. Landschaftlich kann mit einem schön gestalteten Kreisverkehr sogar noch Attraktivität gewonnen werden.

Wer ihn jetzt nicht baut, der wird in einigen Jahren nach noch mehr Unfällen nicht mehr daran vorbeikommen.

Norbert Vogel

Schechen

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