Halfing – Insgesamt liegt der Haushalt für das Jahr 2023 bei gut 10,7 Millionen Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Rund 6,4 Millionen kommen dabei aus dem Verwaltungshaushalt – 4,3 Millionen aus dem Vermögenshaushalt. In der Finanzplanung von Geschäftsführer und Kämmerer Marco Binder für die Jahre 2022 bis 2026 soll zumindest der Verwaltungshaushalt konstant bleiben. Der Vermögenshaushalt wird dagegen um rund drei Millionen Euro sinken. „Das hängt vor allem mit den Investitionen der Gemeinde zusammen“, erklärt der Geschäftsführer.
600000 Euro für
Gewerbegebiet
Der größte Teil dieser Investitionen ist im Jahr 2023 für die Erweiterung des Gewerbegebietes verplant. Für Straßenbau und Grunderwerb sind hier gut 600000 Euro vorgesehen. „Wir müssen unseren zur Verfügung stehenden Platz herrichten, das ist sonst nur ungenutztes Kapital“, meint Bürgermeisterin Regina Bauer (CSU). Die dafür eingeplanten Ausgaben werden sich demnach mit den neuen Möglichkeiten der Gewerbeansiedlung künftig auszahlen. Auf die Nachfrage von Gemeinderat Sepp Hofer (FW), ob die Flächen denn auch problemlos an Interessenten verkauft werden können, meinte die Rathauschefin: „Wir haben mehr als genug Anfragen“, ohne konkrete Namen zu nennen.
Eine andere Ausgabe, die Halfing noch länger beschäftigen wird, ist das Wasserschutzkonzept. Für die Absicherung vor Hochwasser sollen vor allem mit Blick auf den Waldsee in den kommenden vier Jahren rund zwei Millionen Euro investiert werden. Hinzu kommen größere Ausgaben bis 2026 wie für ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr (680000 Euro), Reparaturen an der Mehrzweckhalle nach den Unwetterschäden (500000 Euro) oder den Neubau des Bauhofs (1,6 Millionen Euro).
Was im Vermögenshaushalt künftig nicht berücksichtigt wird, ist allerdings die Sanierung der Dorfmitte. „Denn das wird jetzt über das neu gegründete Kommunalunternehmen abgerechnet“, meint Binder. Drei Vorstandsmitglieder sowie der Verwaltungsrat – bestehend aus der Vorsitzenden Bürgermeisterin sowie sechs Gemeinderäten – kümmern sich ab Oktober um Großprojekte wie den Bereich rund um die Reismühle.
Nachdem der Erwerb der Reismühle im vergangenen Haushaltsjahr für einen Sprung der Gemeindeverschuldung von 150000 auf rund 1,8 Millionen Euro sorgte, ist der Anstieg in diesem Jahr nicht so gewaltig. Mit rund zwei Millionen Euro Schulden ergibt sich auf die 2846 Einwohner gerechnet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 736 Euro. „Ich gehe aber davon aus, dass wir die Schulden in den kommenden Jahren wieder Schritt für Schritt reduzieren können“, gibt sich Binder optimistisch.
Nach zwei „Saure-Gurken-Jahren“, in denen die Pandemie auch im Gemeindehaushalt Spuren hinterlassen hat, stehe Halfing nun einigermaßen gut da. „Aber wir haben auch einiges anstehen“, bilanziert Binder. Demnach muss man schon auf das Geld schauen, damit die Gemeindeverwaltung über die Runden kommt. Sollten aktuelle Entwicklungen wie der Ukraine-Krieg aber weiterhin keine direkten Einflüsse auf die Gemeinde nehmen, geht er davon aus, dass sich der Haushaltsplan wie vorgesehen umsetzen lässt. „Im schlimmsten Fall“, so Binder abschließend, „müssen wir vielleicht das ein oder andere Projekt noch mal schieben“. Der Gemeinderat genehmigte den Haushalt einstimmig.