„Vielfalt akzeptieren“

von Redaktion

Projekt zur Integration und Gleichberechtigung zertifiziert Wissensträger in Bad Endorf

Bad Endorf – „Wissen, Werte, Wir“, kurz: W³. Diese drei Worte stehen für die Stärkung kultureller Integration und Gleichberechtigung. Das Projekt ist eine Initiative der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gemeinnützige GmbH Alpenvorland und bildet junge Menschen mit Migrationshintergrund zu Wissensträgern aus. Jetzt wurde bereits die dritte Generation Wissensträger zertifiziert. In Marias Kino in Bad Endorf fand die offizielle Zertifizierungsfeier statt. Grußworte sprachen Landrat Otto Lederer, die Standortleiterin Roberta Basilico und Cornelia Graf, die Koordinatorin für das Projekt W³ (W-HochDrei).

Workshops
und Rollenspiele

Der Weg vom Teilnehmenden zum Wissensträger führte über spannende Diskussionen, Workshops, Rollenspiele und gemeinsame Freizeitaktivitäten. Ihr Ziel ist, Menschen aller Geschlechter, Nationalitäten, Kulturen, religiöser Zugehörigkeiten und jeglicher Herkunft ein gewaltfreies und gleichberechtigtes Zusammenleben auf Augenhöhe zu ermöglichen.

In wöchentlichen Treffen erarbeiteten sich die engagierten Jugendlichen die Themen wie Gleichberechtigung, Gemeinsamkeit und verantwortungsbewussten Umgang untereinander, unter Achtung der Menschenwürde und der Grundrechte in Deutschland. Sie sprechen mit den jungen Menschen über ihre Kultur, ihre Wertevorstellungen und vermitteln im Gespräch und Rollenspielen die Grundlagen einer demokratischen offenen und freien Gesellschaft. Es geht darum, verantwortungsvoll miteinander umzugehen und Vielfalt zu akzeptieren und als Bereicherung des eigenen Lebens zu sehen. Unter dem Titel „Macht des Wortes“ führten die Wissensträger im Rahmen der Zertifikationsfeier ein kurzes Theaterstück auf, bei dem es um verschiedene Formen der Gewalt in unserem Alltag ging. Landrat Otto Lederer würdigte in seinem Grußwort die Leistung der frisch zertifizierten Wissensvermittler und zeigte auf, wie wichtig die Arbeit des Projekts W³ ist. „Für mich wäre eine Welt voller Frieden und Harmonie, eine Welt in der Hautfarbe, Nationalität, Religion, Herkunft oder das Geschlecht keine Rolle spielt. Leider sind wir davon weit entfernt“, stellte Lederer fest. „Ich bin mir sicher, dass wir den Krieg in der Ukraine nicht beenden werden und wir auch nicht den Weltfrieden einfach so retten, aber was wir können, ist für ein friedliches Miteinander in unserer unmittelbaren Umgebung einzutreten“, so der Landrat. „Wir alle wachsen mit Wertevorstellungen auf. Was ist gut und was ist schlecht. Doch in der Regel gibt es kein schwarz und weiß und genau da setzen die Wertevermittler an. Es geht darum, verantwortungsvoll miteinander umzugehen, Vielfalt zu akzeptieren und vielleicht sogar als Bereicherung für das eigene Leben zu sehen.“

Was wir können, ist mit einem Leuchtturmprojekt wie „W-HochDrei“ hier in der Region mit Menschen in Kontakt treten und für ein friedvolles Miteinander und für ein gegenseitiges Verständnis werben. Damit können wir alle unseren Beitrag für eine bessere Welt leisten. Deshalb bin ich wirklich stolz darauf, Schirmherr für dieses Projekt zu sein.“ Er gratulierte den neu zertifizierten Wertevermittlern. Cornelia Graf wies in ihrer Rede darauf hin, dass man sich beim Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit sich nicht nur auf die Politik berufen kann. „Ohne eigenes Engagement und zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse wird sich wenig ändern.“ Sie mache sich zunehmend Sorgen um das Land. „Was muss denn noch alles passieren, dass der Letzte aufwacht und begreift, dass Menschenwürde und Menschenrechte keine Frage von Herkunft, Religion und Hautfarbe sind.“

Wissensträger wollen
etwas verändern

„Wissen vermitteln, Werte bilden und ein Wir verwirklichen, dafür steht ,W- HochDrei‘“, fasste Cornelia Graf zusammen. „Die diesjährigen Wissensträger haben sich ein Jahr lang mit interkultureller und sozialer Kompetenz, mit Menschenwürde und den Grundrechten, mit Gleichberechtigung und Gewaltprävention auseinandergesetzt. Die Beweggründe für die Teilnahme an dem Projekt sind so unterschiedlich wie ihre Teilnehmer. Aber was alle eint – sie wollen etwas verändern und es miteinander schaffen.“

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