Partynächte werden länger

von Redaktion

Schechen verschiebt Sperrzeit um eine Stunde – Ortsvereine hatten Antrag eingereicht

Schechen In der Gemeinde Schechen sind viele Partys bisher schon wieder beendet, bevor sie so richtig angefangen haben. Denn die maximalen Veranstaltungszeiten sind in der Kommune eng gefasst. Innerorts muss die Musik um 24 Uhr ausgeschaltet werden, der Ausschank ist nur bis um 0.30 Uhr erlaubt und um 1 Uhr ist Schluss mit der Party. Außerorts ist das Ende der Musik um 1 Uhr festgelegt, ausgeschenkt werden darf bis um 1.30 Uhr und Veranstaltungsschluss ist um 2 Uhr.

Verlängerung bis
3.30 Uhr gewünscht

Die Schechener Jugend möchte aber gerne länger feiern. Daher haben drei Ortsvereine – der Burschenverein Marienberg, die Katholische Landjugend Hochstätt sowie die Schechener Dirndl – einen Antrag auf Verlängerung der Sperrstunde gestellt. Doch was sind geeignete Zeiten für ein gemeindliches Veranstaltungsende? Darüber hat der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung diskutiert.

In ihrem Antrag schlagen die drei Ortsvereine eine Sperrstunde um 3.30 Uhr vor – innerorts wie außerorts. Musik-Ende soll um 2.30 Uhr sein, Schank-Ende um 3 Uhr. Die Antragsteller erklären, dass viele der Ortsvereine jährlich Veranstaltungen organisierten, was mit einem großen Aufwand verbunden sei. Damit schafften die Ehrenamtlichen Zusammenhalt in der Gemeinde und ermöglichten durch den Erlös auch den Erhalt der Vereine.

Sie berichten, dass viele Gäste zu Veranstaltungen erst gegen 23 oder 24 Uhr kommen, sogar dann, wenn es zu früherer Stunde verbilligten Einlass gebe. Das Problem sei, dass die Sperrstunden in anderen Gemeinden später angesetzt seien. „Die Gäste gehen davon aus, dass die Veranstaltungen wie bei vielen anderen Gemeinden im Landkreis erst gegen 3 Uhr beendet werden“, heißt es im Antrag. Folglich seien die Festbesucher oft enttäuscht, wenn bereits um 1 Uhr die Musik ausgeschaltet werde.

„Wir sind mit die Strengsten“, sagte Bürgermeister Stefan Adam (CSU) im Hinblick auf die Sperrstunden der Nachbargemeinden. Das sei überraschenderweise sogar von der örtlichen Polizei so bestätigt worden. Der Bürgermeister betonte, man müsse beide Seiten sehen – zum einen die Notwendigkeit von nächtlicher Ruhe und zum anderen das Feier-Bedürfnis der jungen Leute. Adam erinnerte aber auch daran, dass es sich in Schechen nur um wenige Partys im Jahr handele.

Ein weiterer Punkt für die Verkürzung der Sperrstunden: „Wenn das Fest früh aus ist, fahren die Jugendlichen mit dem Auto noch woanders hin.“ Da habe man, so Adam, die jungen Leute doch lieber sicher im eigenen Ort. Er stellte aber die Frage, ob man unbedingt mit den Spitzenreitern der späten Sperrstunde – etwa Tuntenhausen – gleichziehen müsse. Die Verwaltung teilte mit, dass jede Gemeinde bei der Festlegung der Veranstaltungszeiten unter Berücksichtigung der gesetzlichen Nachtruhe selbst zu entscheiden habe.

Georg Schildhauer (Parteifreie Bürger Schechen), der Jugendbeauftragte im Gemeinderat, unterstützte den Antrag. Viele Partys würden erst gegen 22 Uhr so richtig anfangen. Wenn es dann um 1 Uhr schon wieder vorbei sei, sei das viel zu knapp bemessen. Er ist auch überzeugt: Wenn sich jemand unbedingt beschweren wolle, mache er das, egal bei welcher Sperrstunde.

Martin Rinser (Parteifreie Bürger Schechen) betonte das Engagement der Vereine. „Wir müssen die Zeiten unbedingt verlängern“, sagte er. Volker Schmidt (SPD/ÜW Schechen) empfand den Antrag mit der Maximal-Sperrstunde etwas zu fordernd. Die Vereine seien zwar ehrenamtlich, doch gehe es in erster Linie ums „Partymachen“. Er könne sich aber vorstellen, im Innenbereich jeweils im Einzelfall zu entscheiden. Andreas Rausch (CSU) erklärte, es sei nicht in Stein gemeißelt, was man jetzt beschließe. „Ich würde den Vereinen die Chance geben“, sagte er.

Gemeinderat beschließt
einen Kompromiss

Schließlich fand sich mit zwei Gegenstimmen ein Kompromiss: Das Veranstaltungsende wurde jeweils um eine Stunde nach hinten verschoben. Innerorts auf ein Musik-Ende um 1 Uhr, Ausschank-Ende um 1.30 Uhr und Veranstaltungs-Ende um 2 Uhr, außerorts alles eine Stunde später.

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