Reichenhaller als „Botschafter im Alpenraum“

von Redaktion

Fest zur Wiedergründung steht für die Würdigung der Werte wie Heimatliebe und Toleranz

Bad Endorf/Bad Reichenhall – Für Aufsehen sorgten die Gebirgsschützen aus dem gesamten oberbayerischen Alpenraum und dem angrenzenden Österreich, die in voller Montur mit ihren farbenprächtigen Trachten und Fahnen in der Salinenstraße aufmarschierten.

120 Gäste zum
Jubiläum

Die Gebirgsschützen-Kompanie Reichenhall feierte mit über 120 Gästen, darunter die Patenkompanie aus Bad Endorf und die Kompanien aus Traunstein und Inzell, ihr Jubiläumsfest zur Wiedergründung vor 40 Jahren. Ebenfalls gekommen waren Gebirgsschützen-Landeshauptmann Martin Haberfellner mit mehreren Mann vom Bund und der Bundesfahne sowie Vertreter des Gebirgsschützen-Bataillons Inn-Chiemgau. Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus begannen die Feierlichkeiten.

In seiner Predigt zeigte Kompanie-Pfarrer Markus Hergenhan die wechselhafte Geschichte des „Jubilars“ seit der Erstgründung 1805 auf. Aus ehemaligen Feinden, die sich 1809 gegenüberstanden, als die Tiroler Freiheitskämpfer Richtung Reichenhall marschierten und mithilfe der Gebirgsschützen von der bayerisch-französischen Armee geschlagen wurden, seien Freunde geworden. Dies zeigte der Besuch der österreichischen Schützenfreunde aus Wals und Unken. Bei schönstem Wetter marschierten alle Vereine entlang der „Alten Saline“ zum Kriegerdenkmal. Während Hauptmann Josef Hinterstoißer und sein Stellvertreter Volker Schuhböck einen Kranz niederlegten, schoss der Salutzug der Patenkompanie aus Bad Endorf einen Ehrensalut.

Bei der Feier im Gasthaus Bürgerbräu hob Hauptmann Hinterstoißer hervor, wie wichtig in diesen Zeiten des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels die Werte der Gebirgsschützen seien: Heimat- und Traditionspflege, Toleranz, Freiheits- und Friedensliebe, Liebe zur bayerischen Heimat sowie parteipolitische Neutralität.

Landeshauptmann Martin Haberfellner würdigte die „reiche Tradition“ der Gebirgsschützen in Reichenhall. Bernhard Kern, Landrat des Berchtesgadener Landes, dankte den Vordenkern der Wiedergründung für ihre Hartnäckigkeit. Mit ihrem Vereinszweck, dem Erhalt wehrhaften Brauchtums und Kulturgutes, Pflege des Schießsports und Bekenntnis zu einem christlich abendländischen Weltbild, seien die Gebirgsschützen „am Puls der Zeit“, so der Dritte Bürgermeister Hans Hartmann.

Einen Geschenkkorb überreichte der Endorfer Hauptmann Sepp Entfellner. Hinterstoißer erinnerte an das offizielle Patenbitten in Endorf mit mehr als 100 angereisten Reichenhallern im April 1984. Bereits am 8. Dezember 1983 hatte Reichenhalls Hauptmannschaft einstimmig beschlossen, die Endorfer um die Übernahme der Patenschaft für das große Wiedergründungsfest mit Fahnenweihe im September 1984 zu bitten. Die Endorfer Kompanie und vor allem ihr Hautmann Hans Doll hätten schon vor der Wiedergründung den Reichenhallern mit Rat und Tat geholfen, dass die neue Kompanie ,aus der Taufe gehoben werden konnte‘, berichtet die Chronik.

Musik und
Ehrungen

Heiter mit Musik und Ehrungen der Gründungsmitglieder klang das große Freundschaftstreffen der Chiemgauer Gebirgsschützenkameraden aus.

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