Literarische Raritäten beim Flohmarkt im roten Schulhaus

von Redaktion

Rund 2500 Bücher auch zu Kunst, Psychologie und Politik im Angebot – Stephanskirchner Flohmarkt am Samstag

Stephanskirchen – Das war knapp: Gerade noch, bevor eine Frau, deren Eltern kurz hintereinander in Stephanskirchen starben, die Büchersammlung ihres Vaters dem Altpapiercontainer übergab, bekam Ursula Dreischl Wind von der Sache. Die ehrenamtliche Leiterin der Gemeindebücherei griff zu. „Die Frau hatte schon alle möglichen Stellen angesprochen und -geschrieben, war kurz vor dem Verzweifeln, weil niemand die Bücher haben wollte“, berichtet sie.

Und so haben Ursula Dreischl und ihre Mitarbeiterinnen am Samstag, 29. April, beim Bücherflohmarkt nicht nur ein ungewöhnlich großes, sondern auch ein ungewöhnlich sortiertes Angebot. „Der alte Herr war ein begeisterter Leser, vor allem abseits von Romanen“, brachte Ursula Dreischl bei der Tochter in Erfahrung. Rund 1000 Bücher zu Themen aus Politik, Kunst, Geschichte und Psychologie – „richtig gut erhalten und nahezu neuwertig“ – bereichern dieses Jahr den Bücherflohmarkt von 9 bis 12 Uhr im Foyer des roten Schulhauses an der Salzburger Straße.

So große Mengen Bücher zu eher seltenen Themen bekommen Büchereien nicht allzu häufig. Aber übers Jahr kommen in Stephanskirchen doch 2000 bis 2500 Bücher für den Flohmarkt zusammen. „Oft neue Bücher, die nur einmal gelesen und dann gespendet wurden“, erklärt Ursula Dreischl. Krimis hier, Kochbücher dort, Romane hier, DVDs dort, Kinderbücher hier, Sachbücher dort, Brettspiele in einer weiteren Ecke – die Bücherei-Mitarbeiterinnen sind schon mindestens einen Tag beschäftigt, den Flohmarkt wohl sortiert nach Genres aufzubauen. Eine Arbeit, die die Damen der Bücherei gerne machen. Nicht nur, weil sich viele Leseratten über ihre Flohmarktfunde freuen. Auch weil der Erlös des Bücherflohmarkts gut investiert wird. In neue Bücher für die Gemeindebibliothek.

Das ist nicht nur in Stephanskirchen so, sondern in fast allen Gemeinden. Aber nicht überall gibt es so viele eifrige Bücherspender. Und deswegen hat Ursula Dreischl immer Abnehmer für die Bücher, die beim Stephanskirchner Bücherflohmarkt nicht verkauft wurden. Kleine Nachbargemeinden greifen gerne zu, stocken damit ihre Flohmarktbestände auf.

Übrigens: Für Familienmitglieder, die es nicht so mit den Büchern haben, lieber im Garten werkeln, gibt es parallel zum Bücherflohmarkt am Samstag, 29. April, von 9 bis 12 Uhr, nur ein paar Meter vom roten Schulhaus entfernt, auf dem Rathausvorplatz in Schloßberg den Pflanzenflohmarkt des Obst- und Gartenbauvereins. Sylvia Hampel

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