Obing – Nach nicht ganz fünf Wochen ist Elisabeth Zenz ihrem Mann Peter in die Ewigkeit gefolgt. „Nun führt mich Gott in Seine lichte Weite, in der ich leben darf an Seiner und meines Mannes Seite“ steht unter dem Foto auf ihrem Sterbebild. Immer an der Seite ihres Mannes, besser könnte man die glückliche Ehe von Peter und Liesl Zenz nicht beschreiben.
Als Eheleute teilten sie viele gesellige Momente mit Verwandten und Freunden.
Die Zenz Liesl war eine leidenschaftliche Gärtnerin, auf ihre immer üppig blühenden Orchideen auf der Fensterbank im Wohnzimmer war sie besonders stolz. Im Garten wurde Gemüse angebaut und ihre eingemachten und eingefrorenen Schätze wurden gerne selbst verkocht, aber auch oft verschenkt. Seit vielen Jahren war sie Mitglied im Gartenbauverein und war immer zur Stelle, wenn es bei den Vereinen oder im Dorf etwas zu tun gab. In der Frauengemeinschaft lebte sie ihre „soziale Ader“ vollends aus. Für die Seniorennachmittage war sie mitverantwortlich für Planung und Organisation.
Elisabeth Glasl wurde am 18. September 1938 in Walterstett geboren. Sie war das jüngste von sechs Kindern. Nachdem ihr Vater im Krieg war und erst spät aus der Gefangenschaft zurückkehrte, waren ihre ersten Lebensjahre von der schwierigen Situation ihrer Familie geprägt, erst recht, als ihre Mutter bei der Feldarbeit so stark von einem Blitz getroffen wurde, dass sie längere Zeit sehr eingeschränkt war. Bereits in sehr jungen Jahren begleitete sie ihre Großmutter, wenn diese ihren Dienst als Leichenfrau versah.
Diese Erfahrung war für sie so prägend, dass sie bis zuletzt davon erzählte, weil ihr dadurch deutlich geworden sei, wie wichtig der Glaube und die Vorbereitung auf den eigenen Tod ist.
Nach der Schulzeit begann sie als Haushalts- und Nähhilfe zu arbeiten. Zu dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann Peter Zenz kennen. Ihre erste Verabredung war ein Besuch im Wasserburger Kino und 1959 wurde geheiratet.
Da ihr Mann damals bei der Firma Meggle fest der Obinger Besamungsstation zugeteilt worden war, wurde Obing zu ihrer Heimat. Ihr erstes Kind, Peter, ist wenige Wochen nach seiner Geburt leider verstorben. Im Dezember 1961 kam dann Sohn Manfred auf die Welt. Als junge Mama hat sie in Heimarbeit für eine Schneiderei gearbeitet und konnte zum Lebensunterhalt der kleinen Familie beitragen. Ein großes Geschenk für Liesl war 1999 die Geburt der Enkeltochter Vivienne. 2019 feierten Liesl und ihr Peter die diamantene Hochzeit.
Am 22. Februar dieses Jahres starb überraschend ihr Mann Peter. Nach einem unerwarteten Schlaganfall ist sie am 27. März im Krankenhaus Wasserburg verstorben. Eine große Trauergemeinde hat bei einem feierlichen Requiem in der Pfarrkirche Abschied von der Liesl genommen und ihren Sarg zum Grab ihres Mannes im Obinger Kirchenfriedhof begleitet, das nun zu ihrer letzten Ruhestätte geworden ist.emk