Großholzhausen – Der „Vielfaltsweg 3K“ ist vielen Wanderern, die den Weg Richtung Schwarzlack einschlagen, aufgefallen. Sauber und detailreich aus Holzplatten ausgesägt stehen da die Silhouetten von zwölf Heiligen. Darauf prangt jeweils ein QR-Code, den man mit dem Handy auslesen und damit einen kurzen Film abspielen kann. Darin werden die Figuren in unterschiedlichster Interpretation von ihren Paten vorgestellt. Die Paten sind Vereine oder Einzelpersonen, größtenteils aus Raubling und Großholzhausen, die aus Profession oder Leidenschaft zu dem jeweiligen Thema, das den Heiligen zugesprochen wird, einen Bezug haben.
Die Gegenstücke zu den Silhouetten, also die Holzschnitte der Heiligenfiguren mit ihren zugeordneten Attributen, sind auf dem Gelände des Gartenbauvereins Großholzhausen (GBV) aufgestellt und mit Pflanzen und Kräutern umpflanzt. Ursprung dieser Darstellungen war ein Wettbewerb, den der Landesverband bayerischer Gartenbauvereine ausgelobt hatte. Brigitte Holzner, Vorstandsvorsitzende des GBV Großholzhausen und treibende Kraft hinter dem Projekt aus der Corona-Zeit, erinnert sich: „Es ging um Vielfalt in der Gemeinschaft – aber immer corona-konform. Ergebnis vieler toller Ideen war dann unser Vielfaltsweg 3K, wobei das ‚3K‘ für Kräuter, Kunst, Kulturgeschichte steht.“ Das Projekt habe auf Kreisebene den ersten Platz gewonnen und auf Bezirksebene einen Sonderpreis erhalten. Die vielen Aufgaben, hätten die Mitglieder gestemmt. „Und schlussendlich wurde die ganze Gemeinschaft von Dorf und Gemeinde gestärkt.“
Die Patenschaften für die ersten zwölf Heiligen waren schnell vergeben. Die Nachfrage nach weiterer Beteiligung war groß, und so aktivierte Holzner erneut ihre Familie, denn ihr Schwiegervater Franz und ihre Tochter Maria fertigen die Figuren und Silhouetten an. Franz Holzner sägt nach Vorgaben seiner Enkelin die Heiligen sorgfältig aus den dicken Holzplatten aus. Maria färbt dann die Attribute entsprechend ein. Nach dem Lasieren wurden Stangen angebracht, so entstanden weitere sechs Aufsteller für das Gelände des GBV und entsprechende Negativdarstellungen für den Vielfaltsweg zur Schwarzlack.
Zu einem „Gartenratsch“, dem regelmäßigen Treffen der Mitglieder, wurden die Paten und der Bürgermeister von Raubling, Olaf Kalsperger, eingeladen und dabei die Patenschaften feierlich übergeben. Der Vorsitzende der Großholzhausener Feuerwehr, Martin Niederthanner, bekam die Patenurkunde für den heiligen Florian, der Schutzpatron der Feuerwehr. Valentina Keul, Inhaberin der Dotta-Eisdiele in Raubling und Brannenburg, nahm die Urkunde der „Kalten Sophie“ entgegen. Die DLRG Bad Aibling ist jetzt Pate für den Brücken- und Wasserheiligen Nepomuk, der Trachtenverein für den heiligen Georg und die Kindergruppe des GBV Großholzhausen für den Sankt Martin. Pate des heiligen Urban, der auch der Weinheilige genannt wird, ist Sepp Schmid, der den Masterabschluss bei der Wine System AG erhalten hat.
Im Rahmen der Patenschaft hat es mit dem GBV eine Weinverkostung gegeben, mit Perspektiven von Klimawandel und Nachhaltigkeit durch pilzresistente Rebsorten. Mit solchen Aktionen soll die Botschaft der jeweiligen „Heiligen“ ins Vereinsleben einfließen. Daher wird bald ein Rosenwettbewerb ausgelobt, denn die Figur der Elisabeth steht für ein Rosenwunder.
Zum Abschluss besang der Großholzhausener Kirchenchor die Heiligen noch in einem launigen Liedchen, das Grundschullehrerin Katharina Scheibe für diesen Anlass gedichtet hatte.sön