Nachruf

von Redaktion

Obing/Pittenhart – Siegfried Ederer, Seniorchef der Baufirma Ederer, verstarb im Alter von 84 Jahren. Das Lied „Is Feierabend, das Tagwerk ist vollbracht“ sang der Pittenharter Kirchenchor zum Schluss des Requiems mit Christoph Kronast, Pfarrer im Ruhestand, und Diakon Georg Oberloher für den Ederer Sigi von Altersham.

In der Predigt würdigte Diakon Oberloher das Tun und Schaffen, aber auch die Lebensfreude des Verstorbenen. Schon als Kind musste er auf dem elterlichen Anwesen viel arbeiten. Geboren ist Siegfried Ederer am 7. Juni 1939 als erstes Kind der Bauersleute Siegfried und Maria Ederer. Mit seinem Bruder Robert, der 1996 verstarb, wuchs er auf dem Binder-Anwesen in Altersham auf. Früh musste der Vater in den Krieg ziehen. Sechs Jahre war Siegfried Ederer alt, als der Vater vom Krieg gezeichnet heimkam. Siegfried Ederer ging in Pittenhart zur Schule. Von 1954 bis 1957 machte er eine Lehre als Maurer bei der Firma Karr in Obing. Dort arbeitete er bis 1969 als Maurer.

Beim „Tanzn“ in Schnaitsee begegnete Siegfried Ederer Elisabeth Lohr. Sie verliebten sich ineinander und am 5. August 1967 läuteten die Hochzeitsglocken. 1968 wurde Sohn Siegfried, 1971 Tochter Angelika geboren. Später machten die Schwiegertochter Sylvia und Enkelsohn Markus die Familie komplett.

Siegfried Ederer liebte seinen Beruf und den Bau. Nach einem Unfall konnte er die Arbeit als Maurer nicht mehr leisten und so besuchte er ab 1969 die Meisterschule in Ansbach, die er 1970 mit dem Meisterbrief abschloss. Er machte sich selbstständig und gründete 1971 das eigene Bauunternehmen. Er tauschte die Baustelle mit dem Büro. Das Bauunternehmen entwickelte sich. Im Jahre 2000 gab er das Geschäft an seinen Sohn Siegfried weiter. Bis zu seinem 70. Lebensjahr half er tatkräftig mit. Siegfried Lederer sah sich zur rechten Zeit die Welt an. Mit seinem Freund Engelbert Stöcklhuber ging er auf Reisen. USA, Gran Canaria, Ägypten waren die Ziele. Davon erzählte er immer voller Freude. Wie auch von seinem Wald, den er sich schuf und seit seiner Pensionierung zu seinem größten Hobby entwickelte. Er pflanzte Bäume, kümmerte sich um den Bestand und machte Brennholz.

2016 wurde seine Frau zum Pflegefall. Aufopferungsvoll kümmerte er sich um sie, unterstützt von seiner Familie. Sie starb nach fünf Jahren. Ab Oktober ging es auch mit Siegfried Lederers Gesundheit bergab. Diabetes und Krebs waren die Diagnosen der Ärzte. Er wollte niemandem zur Last fallen. So stand sein Entschluss fest, Anfang März, in den Josephihof in Obing zu ziehen. Immer wieder musste er in die Klinik. Bewusst wies er die Ärzte an, die Medikamente abzusetzen. Zu seinen Angehörigen sagte er: „Ich will gehen, ich habe mein Leben gelebt, es ist gut.“ Am Karsamstag schlief er in ihrem Beisein im Josephihof friedlich ein.emk

Artikel 3 von 11