Schechen – Sie gehen zusammen durchs Kirchenleben und haben auch sonst so manches gemeinsam: Anna Hainzl, Michael Ganslmaier und Ferdinand Ganslmaier sind Cousins und Cousinen mit großem Familienanhang in und um Schechen. Der Höhepunkt für die jungen Katholiken: Kürzlich haben sie in der Pfarrei St. Vitus in Hochstätt zusammen Firmung gefeiert.
Zahlreiche Familienmitglieder
„Die Kirche war am Vormittag, weswegen wir schulfrei hatten. Während der feierlichen Messe wurden wir gefirmt“, erzählt der 14-jährige Ferdinand. Danach gab es einen Stehempfang im Pfarrheim und zum Mittagessen ging es zum Wirt in Hochstätt. Vor fünf Jahren begingen die drei einen ganz ähnlichen Feiertag: Ihre Kommunion, die ebenfalls in der Pfarrei St. Vitus stattfand und anschließend auch beim Wirt und zuhause gefeiert wurde. „Damals war es aber ein Sonntag und es waren noch mehr Familienmitglieder dabei“, erinnert sich die 13-jährige Anna.
Wenn die ganze Familie zusammenkommt, muss ein Saal gemietet werden. Denn die Urgroßeltern hatten zehn Kinder, die ihrerseits große Familien haben. „Beim 70. Geburtstag vom Opa waren so viele da, da gab es Ganslmaiers, die ich gar nicht kannte“, sagt Ferdinand schmunzelnd.
Anna, Michael und Ferdinand wurden alle drei 2009 innerhalb kurzer Zeit geboren, Michael und Ferdinand sogar fast am gleichen Tag. Sie waren zusammen in der gleichen Spielgruppe, im Kindergarten und auch auf der gleichen Grundschule. Daher fühlen sie sich fast ein wenig wie Geschwister. Auch im Alltag verbringen sie viel Zeit miteinander. „Wir spielen zusammen am Computer, im Sommer gehen wir an den Waldsee oder aufs Trampolin“, erzählt der 14-jährige Michael. Alles gemeinsam machen die drei aber trotzdem nicht. Jeder hat eigene Hobbys: Anna spielt gerne Klavier, Michael Schlagzeug, Ferdinand Trompete. Und dann treffen sie sich doch wieder ständig aufeinander: Ferdinand und Michael sind im gleichen Schützenverein, Anna und Ferdinand zusammen im Trachtenverein und beim Tennis und alle drei ministrieren seit ihrer Erstkommunion.
Kirche hat für die Jugendlichen eine wichtige Bedeutung. „Sie ist eine Stütze im Leben“, sagt Anna. „Aber es ist auch die Gemeinschaft, die zählt“, findet Ferdinand. Für die Firmung haben die drei Jugendlichen seit Dezember gemeinsam die Firmgruppe besucht. Bei den Themenfeldern wie „Identität“ habe man sich auch selber besser kennengelernt, erzählt Ferdinand.
Wie eine Tür, die
sich geöffnet hat
Die Firmung ist für die drei wie eine weitere Tür im Kirchenleben, die sich nun geöffnet hat. „Jetzt werden wir in der Kirche als Erwachsene gesehen“, erklärt Ferdinand. Man darf in den Pfarrgemeinderat und in der Pfarrgemeinde wählen. Außerdem kann man ab der Firmung der Landjugend beitreten, was alle drei tun wollen. Dass es im kirchlichen Sinne weitergeht, ist für das Dreigespann auch klar. Anna hat gerade angefangen, Orgel zu lernen. Ferdinand erzählt: „Irgendwann werde ich auch kirchlich heiraten“. Klar ist: Verbandelt bleiben die drei auch weiterhin, im Kirchenleben, als Familie und als Freunde.