Brannenburg – Mit dem Verkauf und dem darauffolgenden Abriss des vom Sudetendeutschen Priesterwerks betriebenen Hauses St. Johann ist ein Stück Brannenburger Geschichte verschwunden. An die jahrzehntelange enge Bindung des Priesterwerks an die Gemeinde sollte eine Stele erinnern, weshalb Gemeinderat Ludwig Guggenberger einen entsprechenden Antrag ins Gremium einbrachte. Die Umsetzung könnte sich allerdings als schwierig erweisen. Das Sudetendeutsche Priesterwerk kaufte in den Fünfzigerjahren die sogenannte Windisch-Villa, um dort für Priester, Ordensangehörige und Theologiestudenten aus dem Sudetenland einen Ort der Erholung zu schaffen. Mit diversen Anbauten entstand schließlich ein weitläufiger Komplex, in dem regelmäßige Treffen und Fortbildungen kirchlicher und weltlicher Gruppen stattfanden. Zahlreiche Gäste verbrachten über viele Jahre hinweg ihren Urlaub in Brannenburg. Allerdings wurde ein kostendeckender Betrieb des Hauses immer schwieriger, zudem wären umfangreiche Investitionen und eine deutliche Erhöhung der Bettenzahl angestanden, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aus diesen Gründen wurde in der Mitgliederversammlung 2016 ein Verkauf des Hauses an die Chiemgau Residenzen GmbH beschlossen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die Weiterentwicklung des Geländes war auch die Aufstellung einer Erinnerungsstele in Betracht gezogen worden. Allerdings könnte die Umsetzung jetzt schwierig werden, denn das Gelände an der Weidacher Straße wurde mittlerweile in Einzelgrundstücken weiterverkauft, auf denen vier Mehrfamilienhäuser entstanden sind. Es müsse erst ein geeigneter Platz für eine solche Stele gefunden und mit den Anwohnern besprochen werden, so Erster Bürgermeister Matthias Jokisch, zudem sei auch die Finanzierung zu klären. Erst wenn diese Grundlagenarbeit erledigt ist, soll das Thema erneut diskutiert werden. mc