Kanufahrerin kommt havarierter Innfähre zu Hilfe

von Redaktion

Kiefersfeldener Überfahrtsboot verliert Bootsschraube und dümpelt manövrierunfähig auf dem Fluss

Kiefersfelden – Der Einsatz einer Kanufahrerin ermöglichte die Rückkehr der bei einer Test- und Übungsfahrt havarierten Innfähre, nach dem diese mitten bei einer Überfahrt die Bootsschraube verloren hat. Leider waren keine Ruder-Paddel an Bord, diese wurden noch nicht geliefert. Ein Mitglied des Kanu Clubs Kiefersfelden stieg daraufhin in ihr Kanu und brachte der manövrierunfähigen Fähre zwei Paddel. So konnten die Insassen mit eigener Muskelkraft die Fähre wieder zurück ans Ufer bringen.

An diesem Abend waren keine Passagiere an Bord der Fähre, sondern das Team, das ab 14. Mai die neue Fähre in Betrieb halten soll. Sepp Goldmann, Betriebsleiter der Innfähre Kiefersfelden-Ebbs und Dritter Bürgermeister, hatte eigentlich zu einer Einweisung und Schulung auf die Fähre eingeladen, um die Überfahrt zu üben und die Eigenheiten des neuen Bootes besser kennenzulernen.

Dabei verlor die Fähre plötzlich die Bootsschraube und damit ihren Antrieb. Da die Fähre während der Überfahrt an einem Sicherungsseil befestigt ist, konnte sie nicht in der Strömung des Inns abtreiben. Allerdings war damit eine Rückkehr ans Ufer nicht möglich.

Die Holzfähre am Hochseil führt vom österreichischen zum deutschen Inn-ufer. Das Überqueren des Inns hat dort eine lange Tradition, die bis zum Jahr 1770 zurückreicht. Laut Kieferer Chronik von Dr. Hans Moser erhielt damals Anton Manetstetter eine Bewilligung zur Überfuhr über den Inn und konnte sich „Überführer in der Au zu Kiefersfelden“ nennen. Seit 1993 ist nach kurzer Unterbrechung die Gemeinde für den Fährbetrieb zuständig.

Die nach alter Handwerkskunst hergestellte, aus Lärchenholz angefertigte elf Meter lange und 2,80 Meter breite Fähre bietet zwölf Fahrgästen und zusätzlich Fahrrädern Platz. Die Fähre wird an einem Hochseil von Innufer zu Innufer zwischen dem deutschen Kiefersfelden und dem österreichischen Ebbs geführt. Zusätzlich unterstützt ein umweltfreundlicher Elektroantrieb die Wasserkraft.nit

Artikel 1 von 11