Frasdorf – Das erste Buch mit den „Dorfgeschichten von Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart“ übergab der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Frasdorf Rupert Wörndl an Bürgermeister Daniel Mair. „Wir sind nur die Sammler und haben das alles zusammengetragen, bevor es endgültig in Vergessenheit gerät“, so Wörndl.
Seit Jahren sammelt der rührige Verein alles Wissenswerte aus vergangener Zeit und versucht, neben den großen, allgemein bekannten geschichtlichen Ereignissen, auch das Leben der kleinen Leute auf dem Land zu erforschen, sucht nach längst verschollenen Tätigkeiten und Vorgängen bei der Arbeit der Bauern, im Forst und auf den Almen.
Im Rahmen eines geselligen Abends stellte der Verein das neueste Buch mit der Sammlung der Dorfgeschichten im Gasthaus Hochries der Öffentlichkeit vor. Die Lerlhofmusi umrahmte den Abend musikalisch. 230 Seiten, mit vielen Bildern aus alter Zeit, geben dem Leser Auskunft, wie es früher so war im Gemeindebereich von Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart.
Wörndl, unterstützt von Martina Stoib und Thomas Fischer, las einige Gschichtl vor: bis zu fünf Generationen reichen die Ereignisse zurück, die im Buch beschrieben werden. Zu Wort kommen, neben den beiden Frasdorfer „Dorfchronisten“ Wolfgang Decker und Alois Osterhammer, viele andere Quellen. Geschildert wird, wie es früher bei den Frasdorfer Berghäusern zugegangen ist, im gesamten Pfarrbezirk und im Floringer Winkl der ehemaligen Gemeinde Wildenwart. Es geht um einfache Leute und Bauersfamilien, um Holzknechte, Köhler und Dienstboten, aber auch um die Wildenwarter Prinzessinnen und die Pfarrer aus dem Gemeindebereich. Geschildert werden einige Frasdorfer Originale. In Wildenwart lieferten natürlich die Ereignisse um Großherzogin Adelgunde, ihren Bruder, den Prinzregenten, und die Königsfamilie Stoff für interessante Berichte.
Über das Leben und Arbeiten in früherer Zeit gaben auch Gespräche mit älteren Leuten Auskunft, Gespräche, die schon vor langer Zeit mit dem Aufkommen der ersten Tonbandgeräte als Interviews aufgenommen wurden. Breiten Raum nehmen auch die besonderen Ereignisse im Dorfleben ein, wie das Aufkommen der Trachtenbewegung mit den Gaufesten in Wildenwart 1903 und Frasdorf 1932, der Autobahnbau oder der Bau der Kirche in Wildenwart. Verschiedene Berichte geben Auskunft über Brände in früherer Zeit, Gewalttaten und Einbrüche. Dafür wurden auch die zeitgenössischen Zeitungsartikel ausgewertet.
Das Geschichtenbuch wird abgerundet mit Spottversen, Sprüchen und allerhand „Sagenhaftem“. Es ist beim Heimat- und Kulturverein, im Dorfmuseum und bei der Tourist-Info Frasdorf erhältlich. reh