Mit Leader-Projekten das Leben im ländlichen Raum stärken

von Redaktion

„Markt der Möglichkeiten“– Informatives über Projekte in der Förderperiode 2014 bis 2022 im Rathaus

Großkarolinenfeld – Die Idee „Leader“ wurde 2007 geboren und ab 2014 in Projekten umgesetzt. Was im Rahmen der Förderprogramme bis 2022 erreicht wurde, versuchte die „Lokale Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal“, kurz LAG, unter dem Motto Markt der Möglichkeiten“ zu zeigen. Eingeladen hatten die LAG-Managerin Gwendolin Dettweiler von der SWECO GmbH sowie der Erste Vorsitzende der LAG Mangfalltal-Inntal und Bürgermeister von Bad Feilnbach, Anton Wallner, der bei der Veranstaltung durch den Zweiten Vorsitzenden der LAG und Bürgermeister von Brannenburg, Matthias Jokisch, würdig vertreten wurde.

Treffpunkt für ein interessantes und informatives Markterlebnis über Projekte in der Förderperiode 2014 bis 2022 war der Saal im Rathaus von Großkarolinenfeld mit Bürgermeister Bernd Fessler als Gastgeber. Die Gemeinde Großkarolinenfeld bereichert neben Schechen, Rott am Inn und Pfaffing durch ihren Beitritt in den Jahren 2022 und 2023 die Leader-Gemeinschaft auf derzeit 22 Kommunen.

Anhand von Schautafeln und Ständen konnten die Projektträger mit ihren geförderten Leader-Projekten Möglichkeiten zur Mitgestaltung ihrer Heimat präsentieren. Die jeweils Aktiven informierten ausführlich über die Umsetzung ihrer Projekte mit den entsprechenden Fördermitteln.

Landrat Otto Lederer würdigte die Veranstaltung in Großkarolinenfeld als einen „ganz besonderen Markt“, bei dem es nicht um Konsum, sondern um die Entwicklung der Heimat vor Ort gehe. Fast 40 Projekte und 20 Kleinprojekte wurden mit Leader-Mitteln im Sinne einer ganzheitlichen Wasserstoffwirtschaft gefördert. Der Landrat bedankte sich bei den unermüdlichen Akteuren vor Ort und auch für die Zusammenarbeit mit den benachbarten LAGs, die auch das angrenzende Tirol mit einbezieht. Fasziniert und auch inspiriert waren Lederer und die anwesenden Bürgermeister und Gäste von Beispielen wie „Wetterstollen Deisenried“, „Baukultur Alpenland“, „Leben und Arbeiten im Dorfzentrum Boschnhaus“ in Vagen, Mehrgenerationenpark „Activparcours“ Bad Aibling, Sportheim ASV Au, Akustikdecke Dorfgemeinschaftshaus Litzldorf, Sportheim TuS Raubling, „Blaahaus“ und „Energiewege Kiefersfelden“, Machbarkeitsstudie Wasserstoff, Museumsnetzwerk und einigen anderen interessanten Projekten.

Wie Gwendolin Dettweiler erläuterte, hat „Leader“ nichts mit Gesang, Liedern oder Musik zu tun, sondern ausschließlich mit der Förderung von Programmen im ländlichen Raum. Bei einer Investitionssumme von 7,9 Millionen Euro seien 3,1 Millionen Euro an Fördermitteln ausgeschüttet worden. Nur so konnten die gesetzten gesellschaftlichen Ziele im Interesse von Lebensqualität, Kunst und Kultur für Bürger aller Altersgruppen erreicht werden.

Ebenso wurde der soziale Zusammenhalt bei der Umsetzung der Projekte auch im Bereich „Eigenleistung“ durch Vereine und Bürger gestärkt. Neun Projekte gibt es in der Gemeinde Brannenburg, wie „Themenwege Wendelstein“, „Kunstschmiede“ als Treffpunkt einer neuen Künstlerkolonie, Boulderanlage, „Mehrgenerationensport – fit für 100“ oder „Bergwacht“, ergänzt Bürgermeister Jokisch.

Auf besondere Neugier und Interesse stieß das geförderte Projekt „Stressfreies Schlachten“. Metzgermeister Andre Schumann aus Oberreischenhart und Stefanie Adeili, Projektmanagerin der „Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein“, stellten ihre „mobile Schlachtbox mit Kühlanhänger“ vor, die auf eine Idee von Landwirt Hubert Nagele aus Brannenburg zurückgeht. Ohne lange Transportwege werden die Rinder am Bestimmungsort fachgerecht und stressfrei getötet. Das Schlachthaus des Metzgermeisters bildet die entsprechende Einheit.

Die Zulassung für das System gilt ausschließlich für Wiederkäuer und unterliegt sehr strengen EU-Richtlinien, wie Leader-Koordinator Johann Kölbl vom AELF-Rosenheim ergänzte. Die Schlachtung von Schweinen ist in diesem Betrieb aufgrund der geltenden Bestimmungen ausgeschlossen. pes

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