„Dankeschön“ statt Beleidigungen

von Redaktion

Es ist eine Tatsache, die oft vergessen wird: Ohne Ehrenamt ginge nichts mehr in unserer Gesellschaft, schon gar nicht beim Hilfs- und Rettungswesen. Oft aber müssen sich die Helfer dumm anreden lassen. Jetzt gab‘s in Rohrdorf mal ein dickes Dankeschön.

Rohrdorf – Ohne Ehrenamt keine Feuerwehr in den Gemeinden, kaum noch soziale Dienste und auch das Rote Kreuz wäre ohne seine unbezahlt mitarbeitenden Mitglieder eigentlich nur noch eine Rumpforganisation. Denn es sind die sogenannten Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes, die im Landkreis wesentlich dazu beitragen, dass Einsatzfähigkeit und Schlagkraft des Roten Kreuzes auch dann garantiert sind, wenn die „regulären“ Kräfte nicht ausreichen – etwa bei größeren Schadenslagen – oder bereits anderweitig im Einsatz sind.

Engagement
nicht selbstverständlich

Insofern sind die neue Halle und das neue Fahrzeug der Rohrdorfer Bereitschaft, die kürzlich gemeinsam eingeweiht wurden, ein Gewinn für alle Menschen in Rohrdorf, aber auch im Landkreis. Weshalb die Gemeinde nicht nur so unbürokratisch wie möglich den Erweiterungsbau unterstützte, sondern für die Halle auch noch einen Zuschuss in Höhe von 80000 Euro gab – nach einstimmig gefasstem Gemeinderatsbeschluss, wie Bürgermeister Simon Hausstetter betonte. Eine Tatsache, die Daniela Ludwig, Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, denn auch dankbar würdigte: Das Engagement und die Hilfsbereitschaft, die die Gemeinde gezeigt habe, sei durchaus nicht selbstverständlich.

Doch nicht nur Rat und Verwaltung der Gemeinde wissen, was sie an der Rohrdorfer Bereitschaft haben, die gut 50 ehrenamtlich Aktive umfasst, sondern auch die Bürger: Gut 100000 Euro an privaten Spenden kamen zusammen, ohne die das Großprojekt der Halle nicht zu stemmen gewesen wäre.

Dabei war sie bitter notwendig. Die Bereitschaft hatte schon bisher einen Lkw, der technisches Material transportiert. Die Frauen und Männer des BRK können bei größeren Schadenslagen den Einsatzort so etwa mit eigenen Mitteln ausleuchten, das Fahrzeug enthält auch ein Zelt samt Beheizungsmöglichkeit. In der bisher vorhandenen „Halle“ aber war der Lkw eigentlich so gut wie nicht unterzubringen – das rückwärts Hineinrangieren nur mit eingeklappten Spiegeln möglich und das Aussteigen aus dem Lkw dann eine Übung für Schlangenmenschen. Ein Zustand, den die Bereitschaft hinnahm – der aber eigentlich nicht tragbar war.

Als nun deutlich wurde, dass das weitere Transportfahrzeug für medizinisches Versorgungsmaterial dringend ersetzt werden müsste, war klar: Ein neues Fahrzeug, das sinnigerweise ebenfalls Lkw-Größe haben sollte, kann nur angeschafft werden, wenn dafür auch Platz bereitgestellt, sprich eine Halle gebaut, wird.

Dass dies gelang, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass die Rohrdorfer Bereitschaft eine Truppe ist, die absolut an einem Strang zieht und das weit über ihre eigentlichen Aufgaben hi-naus: Der Bau wurde, um Kosten zu sparen, durch eigene Mitarbeit unterstützt. Knapp 2000 Stunden kamen dabei zusammen. Der Motor des Hallenbaus war Toni Stuffer. Aber auch die Anschaffung des Fahrzeugs benötigte viel Einsatz – schließlich ist der Aufbau des Lkws eine Maßanfertigung, um möglichst optimal für die Einsatzzwecke gerüstet zu sein. Hier war die treibende Kraft Christoph Koll, er wurde zusammen mit Toni Stuffer mit der Henry-Dunant-Medaille in Gold ausgezeichnet. Die bekam – verdienterweise – dann auch noch die Rohrdorfer Bereitschaft „als Ganzes“.

Dank an alle
Rohrdorfer Bürger

Bleibt noch der Dank an alle Rohrdorfer Bürger, die die Bereitschaft unterstützen – für sie soll die Einweihungsfeier mit dem 50. Jubiläum der Bereitschaft im nächsten Jahr zusammengelegt werden.

Ein großes Fest in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zu veranstalten, wäre, so meint Ursula Dreischl, die stellvertretende Bereitschaftsleiterin, einfach zu viel gewesen. Schließlich soll die Einsatzkraft der Bereitschaft nicht in erster Linie den Festen, sondern der Alltagsarbeit, also dem Helfen und Unterstützen, zugutekommen.

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