Frasdorf – Das Zelt aufstellen, die Schank aufbauen und Parkplätze abstecken – die Frasdorfer hatten in den vergangenen Tagen viel zu tun. Während in anderen Orten jedes Jahr ein Bierfest gefeiert wird, ist das Frasdorfer Festzelt einmalig. Zwei Vereine feiern ihr Bestehen: 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Frasdorf und 111 Jahre Gebirgstrachtenerhaltungsverein (GTEV) „Lamstoana“ Frasdorf. Möglich gemacht haben das Fest die vielen Mitglieder und Freiwilligen.
„Wir kombinieren die
Manpower“
„In so einem Jahr weht ein anderer Wind. Jeder opfert sich auf für ein gelungenes Fest“, sagt Sebastian Graf, Vorsitzender des GTEV. Er und Benno Voggenauer, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Frasdorf, sind die Festleiter. Und nicht nur die beiden, sondern ganz Frasdorf befindet sich im Ausnahmezustand. „Wir kombinieren die Manpower der beiden Vereine, um ein richtig großes, schönes Fest für Frasdorf auszurichten“, sagt Voggenauer.
In der Feuerwehr gibt es dem Vorsitzenden zufolge 50 Aktive, aber auch die anderen 350 Mitglieder haben beim Aufbau angepackt – sowie deren Freunde und Bekannte. Der Zusammenhalt im Dorf sei groß.
„Das ist beim Aufbauen ja scho a Gaudi“, sagt Voggenauer.
Der „Rohbau“ ist laut dem Feuerwehrler schnell gestanden. „Es haben so viele Bürger freiwillig geholfen, das ist wirklich toll“, sagt der Frasdorfer Bürgermeister Daniel Mair. „Ich bin sehr stolz, dass ich der Schirmherr sein darf.“ Es sei eine „ganz tolle Geschichte“, dass zwei Frasdorfer Vereine das Festzelt gemeinsam organisieren.
Während sich der Bürgermeister bereits aufs Festzelt freut, stecken die Vereine noch mitten in der Arbeit. Die Feinheiten gehen laut Benno Voggenauer bis zum Mittwoch: Bar, Schank, Hauptzelt-Inventar, Bänke und Tische müssen aufgebaut werden. Sogar einen professionellen Dekorateur haben die Vereine organisiert. Dennoch seien viele Zuarbeiten nötig. Auch vom Trachtenverein helfen „ganz viele Vereinsmitglieder“, sagt Sebastian Graf. Am Samstag, 13. Mai, haben die Frauen Kränze für die Altäre an den beiden Festsonntagen gebunden. Auch Dekoration für die Ortseingänge hätten sie gesteckt. Und am Eingang zum Zelt sollen zwei Stangen mit Girlanden umwickelt werden.
„Damit wir unsere Gäste standesgemäß begrüßen“, sagt Graf.
Nicht nur das Zelt wird aufgehübscht, auch die Mitglieder des Trachtenvereins wollen sich von ihrer besten Seite zeigen. Die Vereinsfrauen haben für alle Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre Tracht genäht: Drehkleider, Blusen, Schürzen und Stecktücher. „Unsere Feen im Hintergrund“ nennt Graf die Schneiderinnen. Viele Meter Stoff für 50 Kinder hätten sie in unzähligen Stunden genäht.
Die Vereinsmitglieder kümmern sich Benno Voggenauer zufolge aber nicht nur um die Vorbereitungen, sondern auch um den Verkauf: Bier- und Getränkeausschank, Kaffee und Kuchen. Für das Essen sorgen Mitarbeiter der Festzeltbewirtung Kirner und Mayer.
„Wir hoffen auf einen guten Festverlauf und eine anständige Witterung“, sagt Voggenauer. Denn ein Problem gibt es: Als Parkplatz sollte die Wiese gegenüber des Festzeltes dienen. Weil es so viel geregnet hat, ist die Situation „bescheiden“, sagt Sebastian Graf. In der Wiese könnten Besucher ihre Autos aktuell nicht parken. Besuchern aus dem Ort rät Graf, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen. Auswärtige müssten im Ort parken. Die Vorsitzenden hoffen auf ein trockenes Wochenende.
„Dass uns die Landwirte die Wiese zur Verfügung stellen, ist keine Selbstverständlichkeit“ sagt Graf. Ein „Schnitt“ und das Futter für die Tiere werde ihnen dadurch flöten gehen. „Das ist monetär nicht aufzuwiegeln.“
Der Regen hat den
Parkplatz zerstört
Wohl auch wegen der Hilfe und Unterstützung aus Frasdorf, sagt Benno Vog- genauer: „Es soll nicht nur ein Geburtstagsfest für die zwei Vereine sein, sondern eine zünftige Veranstaltung für das ganze Dorf und die Besucher.“
Am Mittwoch, 17. Mai, ist der Bieranstich. Um 19 Uhr darf der Bürgermeister anzapfen. „Darf“ ist die richtige Wortwahl, denn Daniel Mair scheint sich durchaus geehrt zu fühlen. „Es ist erst das zweite Mal in meiner Amtszeit“, sagt er. Im vergangenen Jahr habe er das erste Mal angezapft, zur 150-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Umrathshausen.
„Was ganz gut gelungen ist, mit zwei Schlägen“, findet Mair. „Ich hoffe, dass es dieses Jahr wieder so läuft.“