Bad Endorf – „Keineswegs in schlechtem Zustand“ seien die Thalkirchener und die Antworter Achen, erklärte Jens-Folkard Schmidt vom Bauamt in der jüngsten Gemeinderatssitzung des Marktes Bad Endorf.
Die Fraktion der Grünen hatte in einer Anfrage angemerkt, dass gemäß Wasserkörper-Steckbrief des Bayerischen Landesamtes für Umwelt für den Bewirtschaftungszeitraum 2016 bis 2021 sowohl Thalkirchener als auch Antworter Achen in einem ökologisch schlechten Zustand seien. Aber Gewässer sollen gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie bis spätestens 2027 einen guten Zustand aufweisen.
„Als Referenz gilt hierbei die natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren, ihre unverfälschte Gestalt und Wasserführung und die natürliche Qualität des Oberflächen- und Grundwassers“, heißt es in dem Schreiben der Grünen-Fraktion weiter. Deshalb erbitte man Antworten auf die Fragen, welche Initiativen das Rathaus bisher unternommen habe, um den Zustand der Achen zu verbessern, und welche Maßnahmen künftig geplant sind, um den vorgeschriebenen „guten“ Zustand bis 2027 zu erreichen. Außerdem wollte die Grüne-Fraktion wissen, ob die Gemeinde hier mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) zusammenarbeite. Schmidt betonte, man sei auf einem guten Weg. Zuerst ging er auf den Ist-Zustand der beiden Gewässer ein und verwies auf eine Karte des Bayernatlas. Darauf war anhand der Gelbfärbung zu erkennen, dass sowohl die Thalkirchener als auch Antworter Achen in einem mäßigen, aber nicht schlechten Zustand sind. Für die Umsetzung der Maßnahmen sei das WWA verantwortlich. Die Gemeinde selbst sei für die Pflege bei den Gewässern dritter Ordnung zuständig. Seit 2015 habe sich der Zustand bei den beiden Zuflüssen „erheblich verbessert“, auch wenn noch „Luft nach oben“ sei. Natürlich spiele die Landwirtschaft eine große Rolle, der Abwasserzweckverband, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim und das Büro ecozept seien hier unter anderem sehr aktiv. Bürgermeister Alois Loferer (CSU) verwies an der Stelle auf das Simsseeschutzprojekt. Was vor 20 Jahren in der Gemeinde Riedering als Pilotprojekt für den Simsseeschutz begann, habe sich nun auf acht Anrainer-Gemeinden ausgeweitet. Schmidt erklärte weiter, dass die Anlieger der Achen mittlerweile weitgehend kanalisiert seien. Wolfgang Kirner (SPD) verwies auf das Renaturierungsprojekt an der Thalkirchener Achen, bei dem er sich seit mehreren Jahren engagiert. Es fehle noch ein Grundstück, dann sei da „eine Riesenfläche beinander“. Gewässerschutz fange schließlich bei der Uferzone und den uferbegleitenden Zonen an. Bürgermeister Loferer ging nochmals auf die Karte im Bayernatlas ein. Als Beispiele für Erfolge im Gewässerschutz bezeichnete er den jeweils grün eingefärbten Chiemsee, den Pelhamer See, die Tiroler Achen und den Inn-Abschnitt bei Wasserburg. Aber, mischte sich Schmidt an der Stelle ein: „Die Farben allein sagten nicht alles.“ Die Murn Richtung Inn sei vor Wasserburg gelb gefärbt, aber hier gebe es Bachmuscheln, die sich nur in Gewässern mit gutem Zustand ansiedeln. Da keine weiteren Nachfragen kamen, beließ es Bürgermeister Loferer bei diesen Informationen. Ein formeller Beschluss war nicht vonnöten.