Pittenhart – Die Bäckerei mitten im Dorf war und ist Hans Reichhofers Leben. 1943 wurde er damals in Pittenhart in der damaligen Gaststätte „Beim Reichhofer“, heutiger Kirchenwirt geboren. Bereits nach seiner Schulzeit ging es in die Backstube zu seinem Onkel Schorsch, dem Bruder seiner Mama Anni Blabsreiter, wo er das Bäckerhandwerk erlernte und schon mit 14 Jahren zog er in die Bäckerei um.
Zusammen mit seinem Onkel stand er in der Backstube und seine Tante Käthi war im Laden für den Verkauf zuständig. In früheren Zeiten war er, wie auch sein Onkel an drei Tagen mit einem Bus in der Gemeinde unterwegs und versorgte die Familien mit frischen Backwerk. Nicht nur die Leute haben auf den Bäcker-Hans gewartet, auch viele Hunde hat er mit einem Leckerli begrüßt. Mit der Übernahme der Bäckerei 1974 wurde aus Blabsreiter und seiner Familie, die Familie Reichhofer. Zusammen mit seiner Frau Lydia hat er bis 2014, bis über die Gemeindegrenzen hinaus, die bekannte Bäckerei Reichhofer erfolgreich geführt. 57 Jahre stand der „Bäcker-Hans“ in seiner Backstube und 40 Jahre war er selbstständiger Bäckermeister. Laut Reichhofer war seine Jugend sehr schön. Zum Tanzen ist er immer gerne gegangen und so kam es auch, dass er beim Tanzen in Prien seine Lydia kennenlernte. 1963 läuteten in Pittenhart die Hochzeitsglocken und anschließend wurde im Brandl-Saal gefeiert. Im selben Jahr kam ihre Tochter Verena auf die Welt und im Frühjahr 1968 machte Sabine die Familie komplett.
2013 feierte das Ehepaar ihre goldene Hochzeit und tags drauf wurde bereits der 70. Geburtstag von Reichhofer zelebriert. 53 glückliche Ehejahre, insgesamt 55 Jahre, waren die beiden zusammen. Wichtig sind Reichhofer noch immer die Geschehnisse in der Gemeinde. Beim Pittenharter Sportverein war er 1961 unter anderem Gründungsmitglied. Sein Onkel war damals Gründungsvorsitzender. Jahrelang hat er aktiv im Verein Fußball gespielt und anschließend erfolgreich die Jugend trainiert. 25 Jahre war er für die Vereinskasse verantwortlich. 15 Jahre davon betreute und versorgte er das Sportheim. Mit einem Startkapital, von damals 44000 DM hat Reichhofer maßgebend zum Bau des Sportheimes beigetragen. Mit viel Eigenleistung und Spenden ist das Sportheim entstanden. Als Gemeinderat und Dritter Bürgermeister lag ihm die Sanierung der Grundschule sowie der Bau der Pittenharter Mehrzweckhalle sehr am Herzen. In seiner Zeit im Gremium wurde nach dem Erwerb der Fläche vom Dangl-Anwesen der Dorfplatz erweitert und neugestaltet. Nach 36 Jahren im Gemeinderat, davon 24 Jahre als Dritter Bürgermeister, war 2014 Schluss mit der Politik. Bereits 2008 wurde Reichhofer vom Bayerischen Staatsministerium des Innern mit der Medaille für Verdienste um die Kommunale Selbstverwaltung geehrt. Als Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Gemeinde erhielt er 2016 die Bürger-Medaille. Dennoch ein schweres Schicksalsjahr für Reichhofer, als seine Frau am 29. April überraschend verstarb. Die Familie war und bleibt ihm immer das größte Anliegen. Zusammen mit seinen Töchtern Verena und Sabine, Schwiegersohn Hermann, den drei Enkeln Luisa, Ramona und Manuel, Verwandten sowie Freunden feierte er seinen 80. Geburtstag in seinem Geburtshaus. In einer persönlichen Rede würdigte Dritter Bürgermeister Engelbert Buchner das Tun und Wirken des Jubilars. emk