Leerstand verschiedener Geschäfte beschäftigt Aschauer Bürger

von Redaktion

Gemeindeoberhaupt Simon Frank stellt Priental-Halle als eines von mehreren offenen Großprojekten vor – Wolf und Bär ebenfalls Thema

Aschau – „Man kann ganz deutlich erkennen, dass in Aschau auch im letzten Jahr viel angegangen und umgesetzt wurde und auch in den kommenden Jahren werden wir so weitermachen“, schloss Bürgermeister Simon Frank nach zwei Stunden und 172 Folien seinen Vortrag bei der Bürgerversammlung von Aschau in der Festhalle.

Arbeiten erfordern
volles Engagement

„Wir arbeiten zurzeit an vielen großen Projekten, wie der Priental-Halle, am verstärkten Hochwasserschutz für die Gemeinde Aschau, dem Chalet-Dorf in Innerkoy, dem Freizeitareal am Freibad, am neuen Sachranger Hof und am neu konzipierten Linnerhof-Gelände in Sachrang.

Diese Arbeiten fordern das volle Engagement aller Beteiligten und umfangreiche Gespräche mit den beteiligten Firmen“. Frank bedankte sich für die hervorragende Arbeit seiner beiden Stellvertreter Michael Andrelang und Monika Schmid, des gesamten Gemeinderates, aller Gemeindemitarbeiter und der vielen ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern in den Vereinen und Gremien der Gemeinde. Spontanen Beifall gab es bei den Zuhörern während des Vortrages für die Arbeit des Helferkreises Asyl, der seit 2015 unter der Leitung von Bernhard Pflüger arbeitet, für den Einsatz der Bauhofmitarbeiter und für die Feuerwehrleute aus Aschau und Sachrang.

Am Ende des umfassenden Vortrages zur Lage der Gemeinde blieben für die Bürger und Bürgerinnen in der gut besuchten Aschauer Festhalle nur wenige Fragen offen. Es waren, wie die mangelnden Toiletten auf dem Sachranger Wanderparkplatz, nicht die großen Probleme, die die Zuhörer bewegten.

Bei den geforderten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Aschauer Hauptstraße und entlang des Ortes Sachrang auf der Staatsstraße S2093 musste sich Bürgermeister Frank für nicht zuständig erklären, ebenso bei der Frage nach dem Verbleib des Asbests beim Abriss des Sachranger Hofs und einer Rettung des Aschauer Burghotels durch die Gemeinde nach dem Modell der Feldwies. Der Gemeinderat wird sich jedoch in der kommenden Zeit mit neuen Sportstätten für die Skater und Inliner beschäftigen müssen; ihnen wurden durch die gemeindlichen Bauten am Schwimmbad und an der Seta ihre Bahnen genommen. Auch der fortschreitenden Verödung des Ortskerns und dem Leerstand mehrerer Geschäfte wird die Gemeinde Aschau entgegenwirken müssen.

Das größte Projekt der Gemeinde Aschau seit vielen Jahren ist der Bau der Priental-Halle. „Wir sind mit dem Bau gut im Zeitplan, im zweiten Quartal 2024 wollen wir die fertige Halle für alle eröffnen. Die ursprünglich angesetzten Kosten gingen weiter nach oben, der gestiegene Baupreisindex hat die Kosten gegenüber dem ersten Ansatz um 23 Prozent verteuert.

Beim ÖPNV sei der ständige Wechsel die Regel: die bestehenden Buslinien und die Eisenbahnverbindung bestehen weiter, neue Möglichkeiten wie die Ausweitung des MVV auf den Landkreis Rosenheim, der Carsharing-Bus Mikar und das ROSI-Mobil ergänzen die bestehenden Systeme. Der „Barrierefreie Bahnsteig“ im Aschauer Bahnhof wartet aber immer noch auf seinen Ausbau und seine Verwirklichung.

Der Tourismus habe sich nach den Einbrüchen der letzten Jahre wieder etwas erholt. Die Gästeanreisen haben mit 60751 Anmeldungen beinahe wieder Vor- Corona-Niveau erreicht, ebenso die Übernachtungszahlen mit 316906. Das Bettenangebot habe jedoch weiter abgenommen, rund 2200 Betten stehen in Aschau noch zur Verfügung. „Der Jahres-Kalender ist mit Angeboten aller Art wieder übervoll, vom Sachranger Bauernmarkt, über das Bulldogtreffen, über Festivo und Musikforum bis hin zum Aschauer Markt, der ADAC Europa Classic und zum Adventsmarkt“.

Ausführlich berichtete Bürgermeister Frank über das Engagement der Aschauer Bürger in allen Bereichen: der Seniorenbeirat fülle mit dem Bürgerbus und dem Repaircafé zwei große Lücken im Aschauer Hilfsangebot, die weitum bekannte Kampenwandhistoric basiere auf einer Privatinitiative, ebenso der Mundart-Weg. Das diesjährige Jahresmotto „Zamhocka“ versucht Aschauer und Gäste zusammenzuführen, sei es bei vielen extra konzipierten Veranstaltungen oder auch nur so „auf einen kleinen Ratsch“. Das Bergbauernmodell läuft seit 2015 im Oberen Priental und wurde über Sachrang hinaus bis 2025 auf das ganze Gemeindegebiet ausgedehnt. Die Landwirtschaft habe derzeit an vielen Fronten zu kämpfen: zu den alltäglichen Belastungen kommt der erhöhte Freizeitdruck durch die Besucher hinzu.

Auf dem Berg und im Tal gibt es keine Ruhezeiten mehr für Mensch und Tier, rund um die Uhr sind Wanderer und Sportler unterwegs, sei es zu Fuß, mit dem Bergradl oder im Winter mit Ski und Schneeschuh. Die Vermüllung des Geländes ist allgegenwärtig, Müll, der zur Reinhaltung des Viehfutters vom Landwirt wieder mühsam gesammelt werden muss.

Das Betretungsverbot landwirtschaftlicher Flächen während der Vegetationszeit ist weitgehend in Vergessenheit geraten.

Neue Gefahren
durch Beutegreifer

Gespannt bleibt auch das Verhältnis mit uneinsichtigen Hundehaltern, mit ihren freilaufenden Hunden aller Größen und damit verbunden mit dem Hundekot in den Futterwiesen.

Wolf und Bär bringen neue Gefahren und Einschränkungen für die Almwirtschaft. Der Biber trägt durch seine Bauten zur Vernässung wertvoller Kulturwiesen bei und fällt gewässernahe Bäume, die von den Landwirten jahrzehntelang gepflegt wurden. reh

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