Lockeres Treffen statt Hausbesuch

von Redaktion

Bürgermeister Johannes Thusbaß lädt Pruttinger Jubilare ins Café ein

Prutting – In der Gemeinde Prutting ist man immer offen dafür, Neues auszuprobieren. Etwa bei der Art und Weise, wie man die Jubilare der Gemeinde ehrt.

Besuch hat viele
eher überfordert

„Früher“, so erklärte Rathauschef Johannes Thusbaß, „war es bei uns üblich – wie in vielen anderen Gemeinden auch – dass der Bürgermeister oder seine Stellvertreter die Betreffenden besucht haben“. Eine Praxis, die die Jubilare wohl nicht selten weniger beglückt, als vielmehr in Angst und Schrecken versetzt habe, meinte dazu Dr. Mathias Huber, Pruttings Zweiter Bürgermeister. Er traue sich zu wetten, dass viele sich gedacht hätten: „Der Bürgermeister hat sich angesagt – was soll ich denn jetzt mit dem?“

Darüber hinaus ging es um Folgendes: Reichen da zur Bewirtung Kaffee mit Kuchen, oder braucht es auch noch ein paar belegte Brötchen? Und schließlich der gefühlte Zwang, das ganze Haus für den Besuch auf Vordermann zu bringen.

Für 15 Pruttinger Jubilare, die in den Monaten April und Mai hohe Geburtstage oder goldene Hochzeiten gefeiert hatten, waren all diese Fragen nun ohne Bedeutung. Die Gemeinde hatte sie zum Dorfbäcker eingeladen. Mit Essen und Trinken einmal nicht selbst aufzuwarten, sondern einfach auf Einladung der Gemeinde nach Belieben zu schlemmen. Keine bemühte Unterhaltung mit dem Bürgermeister, sondern ein lockerer Plausch untereinander – das war die Idee dahinter.

Und das „Experiment“ zeigte sich erfolgreich. Die Senioren unterhielten sich gut drei Stunden lang prächtig. Bürgermeister Thusbaß und sein Stellvertreter Huber setzten sich mal an diesen, mal an jenen Tisch. Sie beteiligten sich am Austausch von Anekdoten und „Wisst Ihr noch“-Erzählungen, gingen aber auch auf alle Fragen ein, zu dem, was es in Prutting Neues gibt. Und: Es war deutlich zu sehen, dass der Nachmittag auch den beiden „Ortskaisern“ Spaß machte.

„Freude und gute Laune zu vermitteln – das soll ja der eigentliche Zweck sein, wenn man seine Jubilare ehrt“, hob Thusbaß hervor. „Das aber geht im zwanglosen Rahmen sicher leichter als bei ‚Hausbesuchen‘, die für die Betroffenen immer mit Arbeit verbunden waren“.

Auch in einem weiteren Punkt ist er sich einig mit der Seniorenbeauftragten Gabriele Magerle, die ebenfalls an dem Nachmittag dabei war:

Einmal aus dem Haus zu kommen, tut gerade denjenigen älteren Pruttingern gut, die von sich aus nicht mehr so oft die eigenen vier Wände verlassen würden.

92-Jährige mit
großer Freude dabei

Das schönste Beispiel für die Richtigkeit dieser These ist die 92-jährige Irmgard Gilch. Als man ihr Bilder des Kameradisplays zeigte, die eben von ihr aufgenommen worden waren, rief sie so überrascht wie glücklich: „Da lach ich ja direkt mal.“

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