Hochstätt – Unter großer Anteilnahme wurde die kürzlich verstorbene Gertraud Beiel auf dem Friedhof in Hochstätt zur letzten Ruhe gebettet. Die Nachricht von ihrem frühen und plötzlichen Tod löste in der Pfarrgemeinde und darüber hinaus große Betroffenheit aus. Erst zwei Monate zuvor übernahm die Ehefrau und Mutter von drei Töchtern in der Hochstätter Pfarrgemeinde den Mesnerdienst und war in dieser Aufgabe mit großer Freude und vorbildlichem Einsatz dabei, was ihr Vorgänger, Max Sollinger, im Nachruf betonte. Nach einer Schulteroperation durfte Beiel in Bad Wörishofen eine Kur antreten, wo sich jedoch überraschend massive gesundheitliche Probleme einstellten, denen sie wenige Tage später im Alter von 52 Jahren erlag. Pfarrer Herbert Aneder zeichnete mit bewegenden Worten den Lebensweg der überaus beliebten Mitbürgerin. In Hochstätt auf dem Wagner-Anwesen geboren und mit weiteren vier Geschwistern aufgewachsen, besuchte sie zunächst die hiesige Volksschule, schloss eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau an und holte auch auf der Fraueninsel noch den Kurs zur Erlangung der mittleren Reife nach. Ihren einjährigen Auslandseinsatz bei einer Familie in London bezeichnete Gertraud Beiel zeitlebens als großen Erfahrungsschatz und die daraus entstandene enge Freundschaft mit der Gastfamilie pflegte sie bis zu ihrem Tod.
Ihre sportliche Leidenschaft in der Leichtathletik fand mit dem Staffel-Gold bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Berlin ihren Höhepunkt und kurze Zeit darauf war nach der Eheschließung mit ihrem Mann Udo Familienglück angesagt. Drei Mädchen erblickten in der Folge das Licht der Welt und mittlerweile durfte sich Gertraud Beiel auch schon über ein Enkelkind freuen. Fast 30 Jahre lang ging Gertraud Beiel bei der Deutschen Bundesbahn ihrer Teilzeit-Tätigkeit als Reiseberaterin nach und übernahm schließlich auch noch den Mesnerdienst in Hochstätt, der ihr sehr viel bedeutete. Zwischenzeitlich pflegte Gertraud Beile ihrer mittlerweile verstorbenen Mutter, um danach wieder in ihren gewohnten Familien- und Berufsalltag zurückzukehren. Für Bahnreisen, insbesondere zu Städtebesuchen, aber auch zum Wandern in den Bergen, nahm sich Gertraud Beiel ebenso gerne die Zeit wie zum Lesen. Beispielhaft war ihre Kontaktfreude mit Freunden und Nachbarn und so hinterlässt sie in weiten Kreisen eine große Lücke.