Als im Jahr 2020 die Gemeinde Samerberg auf 50 Jahre Zusammenlegung der vormalig selbstständigen Gemeinden Grainbach, Törwang, Rossholzen und Steinkirchen zurückblicken konnte, da ließ sich Michael Sattlberger senior aus Schweinsteig etwas Besonderes für die vorgesehenen Festlichkeiten einfallen. Nach aufwendigen Arbeiten baute er eine historische Postkutsche nach, so wie sie früher auch auf dem Samerberg beim Gasthof „Zur Post“ anhielt. Die Kutsche war fertig, eine Route war geplant – doch dann kam Corona und alles musste wieder abgesagt werden. Doch der Bau der Postkutsche war nicht vergeblich. Zum ersten Einsatz kam sie für den Film „Zeit-Reise Bayern“, nachdem der Münchner Filmregisseur Klaus Bichlmeier per Zufall auf die Postkutsche aufmerksam wurde (wir berichteten). Die Filmpremiere war kürzlich im Gasthaus Zum Entenwirt auf dem Samerberg. Ein zweiter Erfolg soll jetzt die nachgeholte Kutschfahrt werden. Die Rosserer (im Bild rechts, von links) Michael Stuffer, Michael Sattlberger (Organisator mit Original-Post-Uniform), Hubert Kirchmair, Georg Antretter, Franz Sikora und Didi Kraus (nicht auf dem Bild sind Josef Kern und Georg Kuchler aus Brannenburg) gehen am Sonntag, 4. Juni, neun Tage auf Reise – mit Start in Regensburg. An allen Tagen werden sich Pferde und Rosserer abwechseln. Den weiteren Verlauf beschreibt Michael Sattlberger: „Gegen 11 Uhr werden wir beim Haus der Bayerischen Geschichte eintreffen, dort steigen Regensburger Ehrengäste zu. Dann geht es zum Schloss St. Emmeram. Von dort weiter führt uns die erste Tagesetappe nach Lengfeld“. Am Mittwoch, 14. Juni, gegen 19 Uhr trifft die Postkutsche beim Schneiderwirt in Nußdorf ein. Der Schneiderwirt war früher ebenfalls eine Poststation. An diesem Abend ist Grillfest mit musikalischer Unterhaltung. Dann folgt ein Ruhetag, ehe es am Freitag, 16. Juni, zurück auf den Samerberg geht. Gegen 19 Uhr wird die Postkutsche auf dem Dorfplatz von Törwang erwartet. Zum Empfang gibt es ein Standkonzert mit der Musikkapelle Samerberg und Bewirtung durch den Gasthof „Zur Post“.
Foto Nitzsche/Text hö