Nährstoffgehalt im See soll vermindert werden

von Redaktion

Direkter Abfluss von Wasser über Gullys soll verringert werden – Diskussion mit Anliegern

Rosenheim/Chiemgau – Vertreter aus den drei „bodenständig Projekten“ Pelhamer See, Abtsdorfer See und Waginger See trafen sich im Juni, um sich über das vom Abwasserzweckverband (AZV) Simssee und den Gemeinden Frasdorf, Prien und Rimsting getragene Simsseeschutzprojekt und durchgeführte Maßnahmen an Gullys im Simssee-Einzugsgebiet zu informieren.

Neben produktionstechnischen Maßnahmen auf den Acker- und Grünlandflächen im See-Einzugsgebiet geht es auch darum, den direkten Abfluss von Wasser über Gullys entlang der Straßen oder an landwirtschaftlichen Flächen zu verringern.

Bei offenen Gullys besteht die Gefahr, dass bei Starkregen oder Schneeschmelze Phosphor aus den landwirtschaftlichen Flächen ausgetragen und direkt in den Simssee gelangen kann. Über das Schließen von Gullys, die wie Vorfluter für den See wirken können, kann ein gewisser Beitrag zur Minderung des Nährstoffeintrags in den See erreicht werden.

Dieses Thema wird im Simsseeschutzprojekt vom Büro Ecozept seit Langem in der Beratungsarbeit mit den Bauern thematisiert und es wurden bereits verschiedene Lösungen umgesetzt: Die Abstände bei der organischen Düngung sind einzuhalten, nicht über die Gullys düngen, Nutzungsänderung auf angrenzenden Ackerflächen durch dauerhafte Begrünung und das Aufwachsen lassen grüner Ecken vor Gullys, um ablaufendes Bodenmaterial auffangen zu können.

In den vergangenen Jahren wurden der Austausch und die Zusammenarbeit in diesem Punkt mit dem Kreisbauhof, punktuell mit den gemeindlichen Bauhöfen und mit dem staatlichen Bauamt verstärkt. Vor allem im Gemeindebereich Riedering wurden bisher an Kreisstraßen Gullys und Schächte mit Beton- oder Stahldeckeln geschlossen, oder der Zulauf wurde mittels Ringerhöhungen abgebremst. Durch die beschriebenen Maßnahmen bleibt das Niederschlagswasser länger auf der Fläche stehen, der enthaltene Phosphor kann sich im Sediment ablagern und der Eintrag in den Simssee kann verringert werden.

Bürgermeister Christoph Vodermaier (CSU) aus Riedering, Landwirt Dominikus Summerer sowie Josef Baumann vom Kreisbauhof und Jürgen Lohse vom AZV Simssee erläuterten Bürgermeister Johann Murner (Parteifreie Bürger) aus Höslwang, Thomas Kronast und Kathrina Bräustetter sowie Axel Brück vom Amt für ländliche Entwicklung Oberbayern, Thomas Bittl vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, Johannes Überacker vom Landwirtschaftsamt und Landwirten aus dem Pelhamer Seegebiet sowie Vertretern aus den Abtsdofer- und Waginger Seeprojekten die durchgeführten Maßnahmen. Lebhaft wurde über die Praktikabilität für die Landwirte, die Wirksamkeit und den Aspekt Verkehrssicherheit an den verschiedenen Stationen diskutiert.

Es bestand Einigkeit, dass es Möglichkeiten gibt, über bauliche Maßnahmen an Gullys eine Verringerung des Phosphoreintrags in den See zu erreichen. Für jeden Gully sei eine Diskussion mit den Anliegern erforderlich und jede Maßnahme ist eine Einzelfallentscheidung.

Bürgermeister Vodermaier und zugleich Verbandsrat des AZV Simssee zeigte sich erfreut über die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. „Wir alle in der Region haben an unseren Gewässern und Seen ähnliche Herausforderungen und können mit kleinen Schritten in Zusammenarbeit, unter Berücksichtigung der Belange unserer heimischen Landwirtschaft, Sinnvolles und Gutes bewirken. Der Dialog zu best-practice-Beispielen und die Dinge, die weniger gut funktionieren, ist unheimlich wertvoll.“

Artikel 1 von 11