Brannenburg – Brannenburg wird Fair-Trade-Town, auch wenn die offizielle Zertifizierungsfeier erst im September stattfinden wird, im Rahmen des Herbstmarktes. Denn schon jetzt hat man alle Voraussetzungen dafür erfüllt. Dass man den offiziellen Akt dennoch bis in den Herbst verschiebt, um ihn mit einem kleinen Dorffest verknüpfen zu können, hat viel mit einer Erfahrung zu tun, die alle machen, die sich dem Fair-Trade-Gedanken verschrieben haben.
Zertifizierung scheint
anfangs schwer
Die Hürden für die Zertifizierung zu nehmen, scheint anfangs schwer, erweist sich dann jedoch als machbar. Die eigentliche Arbeit beginnt danach, wenn man sich daran macht, im Ort den Gedanken eines fairen Handels dauerhaft mit Leben zu erfüllen und weiter publik zu machen. Um Öffentlichkeit zu erreichen, ist der Herbstmarkt eine ideale Gelegenheit. Das diesjährige Motto lautet „Einander fairstehen“. Nirgends bauen sich Zusammenhalt und gemeinsame Ziele leichter auf als auf einer Festveranstaltung und selten sind Produkte aus der Region so präsent wie auf einem Markt. Irmi Bartl, Bäuerin und Gemeinderätin und mit die Urheberin der Brannenburger Initiative, meint: „Der Fair-Trade-Gedanke macht nur dann Sinn, wenn er sowohl das ‚Hier‘ als auch das ‚Dort‘ umfasst und als oberstes Ziel einen Gedanken hat: Wie können wir den jeweiligen Menschen ein auskömmliches Wirtschaften ermöglichen?“ Die Voraussetzungen, um eine Fair-Trade-Gemeinde zu werden, sind nicht unerreichbar hoch gehängt. Es genügt, Einzelhandel und Gastronomie davon zu überzeugen, fair gehandelte und auch lokal erzeugte Produkte mit anzubieten.
Dies war in Brannenburg nicht schwer, denn der Lebensmitteleinzelhandel macht dies schon länger. Bei der Brannenburger Eisdiele gab es diesbezüglich sogar einen Überraschungseffekt: Dort wird seit Langem fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt und für das Schokoladeneis wird nur Schokolade aus fairem Handel verwendet.
Seit 2018
Fair-Trade-Schule
In Zukunft sollen nun vor allem die Verbraucher mitgenommen werden. Dafür wird unter anderem immer wieder Information und Beratung notwendig sein. Die Maria-Caspar-Filser-Grund- und Mittelschule, die bereits seit 2018 Fair-Trade-Schule ist, ist ebenfalls mit im Boot. Lehrerin Veronika Lax ist gewissermaßen Vertreterin in der gemeindlichen Steuerungsgruppe.