Neubeuern – Nach dem Erwerb einer bestehenden Gewerbeimmobilie im Bereich Altenmarkt befindet sich die Marktgemeinde Neubeuern in den Detailplanungen zum Umbau in ein Rathaus. Mit zwei Gegenstimmen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung dem Raumprogramm und einer ausgearbeiteten Nutzungsänderung zugestimmt.
Der Marktgemeinderat Neubeuern zeigte sich erleichtert, dass man sich in den kommenden Jahren nicht mit einem kompletten Neubau des Rathauses beschäftigen muss. Den Räten wurden die Umbaupläne der Verwaltung von Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) und dem Technischen Bauamtsleiter Heinz Inninger präsentiert. Ein Rathaus, das seinen Zweck für die nächsten Jahrzehnte erfüllt, sei das Ziel, das auf einer Klausurtagung im Januar formuliert wurde. Die Zielvorstellung wurde laut Schneider in den Entwürfen aufgegriffen.
Meldeamt
im Erdgeschoss
Die Nutzungen, die viel Parteiverkehr auslösen, sollen im Erdgeschoss untergebracht werden. „Hier können wir das Meldeamt, das Standesamt, unsere Asylsachbearbeiterin anordnen und die Büros endlich so gestalten, dass wir mehrere Bürger gleichzeitig bedienen können“, zeigte Schneider die Verbesserungen zum aktuellen Bestand auf.
Ebenfalls im Erdgeschoss entsteht ein Großraumbüro, das fremdvermietet werden kann, bei Bedarf der Verwaltung der Marktgemeinde wieder zugeschlagen werden könnte. „Jungen Menschen, die sich einen Arbeitsplatz teilen, oder auch einer ehrenamtlichen Organisation könnte man dort Arbeitsplätze mit separatem Eingang anbieten“, so der Bürgermeister. Auch ein Mehrzweckraum für die Kirche als Kompensation für den Pfarrsaal, der in Kinderbetreuungsgruppen umgenutzt wird, findet im Erdgeschoss Platz. Toilettenanlagen werden integriert und die ehemalige Produktionshalle in einen Saal umfunktioniert, der größere Sitzungen, Bürgerversammlungen und Veranstaltungen zulässt. Über den Sitzungssaal im Obergeschoss wurde in der Sitzung diskutiert. Gemeinderat Sebastian Heibler (Beurer Bürgernähe) befand diesen als zu klein und wollte im benachbarten Bauamt Verkleinerungen vornehmen lassen. Der Vorschlag setzte sich nicht durch, da die Mehrzahl der Gemeinderäte befand, dass die Zuschauerzahlen bei Sitzungen überschaubar wären und man unkompliziert in die Halle ausweichen könnte.
Länger diskutiert wurde, ob eine Brücke im Obergeschoss die Galerien auch auf der Stirnseite miteinander verbinden soll. Schneider erklärte, dass diese für Veranstaltungstechnik sinnvoll sei und ein zusätzlicher Raum für Bauakten, Plotter und Schneidegerät entstehen könnte. Gemeinderätin Viola Frohwein (Bündnis90/Die Grünen) befand die Galerie für gut, die Ausführung mit einem zusätzlichen Bild als störend. „Der Halle wird das Licht genommen, der Raum greift auch in die Fassadenansicht ein“, so Frohwein.
Brücke soll
Wege verkürzen
Gemeinderat Erhardt Heiß (Beurer Bürgernähe) sah vor allem die Kosten kritisch. „Das Gebäude ist groß, das können wir sicher woanders unterbringen“, warf Heiß ein. Die Mehrheit der Gemeinderäte vertrat schließlich die Auffassung, dass eine Brücke mit zusätzlichem Raum notwendigen Platz schaffe, Wege verkürze und in den Bauantrag eingearbeitet werden sollte. „Die Kosten kann man immer noch auf den Prüfstand stellen“, so Gemeinderätin Theresa Fritz (Freie Wählergemeinschaft).
Das Konzept wurde mehrheitlich angenommen. Laut Schneider gehe man nun an die Feinarbeit und mit Fachplanern in die Ausführungsplanung, ehe man wisse, wie schnell ein Umzug realisierbar sei und mit welchen Kosten zu rechnen sei.