Riedering – Das Nahwärmekonzept für die Gemeinde Riedering war schon beim Zwischenbericht in der vergangenen Gemeinderatssitzung auf große Zustimmung gestoßen. Das auf Hackschnitzeln basierende Konzept soll nun – so der einstimmige Beschluss in der jüngsten Sitzung – durch ein Ingenieurbüro weiter geplant werden.
Dazu hatten Studierende der FU Kufstein für Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement, Facility Management und Immobilienwirtschaft unter Leitung von Prof. (FH) Dr.-Ing. Robert Fröhler verschiedene Aspekte technischer Art, Kennzahlen, Kosten, Förderungen und Optimierungen (beispielsweise Heizkörper, Ferien- oder Nachtbetrieb) zusammengetragen.
Heizzentrale versorgt
mehrere Gebäude
Eine Heizzentrale mit Heizungspufferspeicher soll künftig mehrere Gebäude im Ort wie Rathaus, Mehrzweckhalle, Grundschule und optional auch den alten Kindergarten versorgen können. Für Hackschnitzel spreche die Nachhaltigkeit, also kurze Transportwege und die lokale und regionale Verfügbarkeit. Auch die Kennzahlen sprechen für sich. Hackschnitzel kommen weitaus billiger als Öl. Dazu kommt noch, dass die Ölheizungen in manchen Gebäuden demnächst ausgetauscht werden müssen. Die Studenten rechneten den Gemeinderäten die Kosten vor: Wenn man von den Kosten des Nahwärmenetzes in Höhe von gut 800000 Euro den Austausch alter Heizungen und Förderungen in Höhe von 30 Prozent abzieht, komme man auf gut eine halbe Million Gesamtkosten für das Nahwärmekonzept. Binnen siebeneinhalb Jahren würde sich zudem eine solche Heizzentrale mit Hackschnitzeln amortisieren. Fazit: Das Nahwärmekonzept ist kostengünstig, nachhaltig und es ist ein Vorzeigeprojekt für die Gemeinde. Karl Rothmayer (SPD) erkundigte sich, ob man mit PV-Anlagen nachrüsten könne. „Das on top ist cool“, so die Studenten, aber verursache extra Kosten. Prof. Fröhler ergänzte, dass man dafür die Grundlast Sommer-Winter vergleichen müsse. Ein Nachrüsten sei aber jederzeit möglich. Auf Nachfragen von Dr. Georg Kasberger (CSU), wie sich das Projekt mit dem Gebäude-Energie-Gesetz vom Bundeswirtschaftsminister vereinbaren lasse, antworteten die Studenten, dass ein Umrüsten noch bis Ende 2024 möglich sei.
Bei einem Neubau sei das anders. Richard Mühlbauer (FBP) meinte diesbezüglich, dass man sich hier nicht einschüchtern lassen dürfe. „Wärmepumpen sind eh nicht lieferbar.“ Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWGR) dankte den Studenten und ihrem Dozenten für die Präsentation. Marianne Loferer (CSU) erkundigte sich, ob man den alten Kindergarten, der der Kirche gehöre, auch miteinbeziehen könne. Eine Mitversorgung sei möglich. Dies sollte das Ingenieurbüro schon mal vorsorglich miteinplanen, beschied Bürgermeister Vodermaier. Robert Langzauner (WUS) fragte, ob für das Projekt ausreichend Mittel im Haushalt bereit stehen. Dazu müsse man den Finanzplan anpassen, so Bürgermeister Vodermaier. Für heuer seien ausreichende Mittel für die Planungskosten vorgesehen.
Ausschreibung
für Ingenieurbüro
Eine Umsetzung in 2024 sollte möglich sein. Dem Beschlussvorschlag, eine Ausschreibung für die technische Planung durch ein Ingenieurbüro anzugehen, schlossen sich alle anwesenden Gemeinderäte mit 18:0 an.