Sechsstelliger Betrag fürs Turner Hölzl

von Redaktion

Training in einem Keller ohne Fenster – das ist für Rohrdorfer Kraftsportler bald vorbei. Die ehemalige Pizzeria des Turner Hölzls wird zu ihrem Raum. Beim Umbau stießen die Arbeiter jedoch auf einige Überraschungen.

Rohrdorf – Schlechte Isolierung und zwei Gebäude, die ohne Verbindung nebeneinanderstehen. Die Bauarbeiten am Turner Hölzl in Rohrdorf brachten Unerwartetes hervor. „Wir waren überrascht, was man damals gemacht hat“, sagt Bürgermeister Simon Hausstetter. 1989 wurde der Bau fertiggestellt, nun wird einiges erneuert.

Isolierung ist wahnsinnig schlecht

Vor rund zwei Jahren hat der Pächter der Wirtschaft im Turner Hölzl gekündigt. Grund war die Corona-Pandemie. Die Gemeinde wollte die Räume wiederbeleben. Die Kraftsportabteilung des TSV Rohrdorf-Thansau hat eine neue Bleibe gesucht. „Sie hatten nur einen kleinen Raum ohne Fenster im Untergeschoss der Turnhalle“, sagt Hausstetter.

Deshalb habe die Gemeinde beschlossen, die ehemalige Pizzeria umzubauen. Dabei kam dem Bürgermeister zufolge ein Mangel zum Vorschein: „Die Isolierung ist wahnsinnig schlecht.“ Vor den großen Tür- und Fensterfronten seien auf der Innenseite Heizkörper und keine Isolierung nach außen gewesen. Er habe mit der Hand von außen nach innen greifen können, berichtet Hausstetter.

„Wir haben jahrelang die Terrasse beheizt.“ Den Mangel haben die Arbeiter nun behoben. Doch das war nicht der einzige Makel. Das Turner Hölzl besteht laut dem Bürgermeister aus zwei Gebäuden: der Turnhalle auf der einen und der ehemalige Wirtschaft mit Foyer auf der anderen Seite. „Die Gebäude stehen nebeneinander – ohne Verbindung“, sagt Hausstetter. Das sei nicht optimal, weil der Untergrund aus Seeton ist. Die geologische Schicht besteht aus verfestigten Tonmineralen, ist aber dennoch weich und unbeständig. Deshalb ist der Spalt laut dem Bürgermeister nun verfugt worden.

In den vergangenen Jahren haben sich die Vorgaben in der Statik verändert, sagt Gemeinde-Techniker Georg Schweiger. Dass ein Spalt zwischen den beiden Gebäuden war, sei früher üblich gewesen bei so großen Bauten.

„Das hatte statische Gründe, nehme ich an“, sagt auch Markus Enzwieser vom Ingenieurbüro Enzwieser. Doch es sei problematisch für den Brandschutz. Durch den Spalt könne Rauch von dem einen Geschoss ins nächste ziehen. Schweiger zufolge wurde das brennbare Material nun entnommen und durch brandbeständiges ersetzt. Und in Bezug auf die Statik betont der Techniker: „Das Gebäude ist statisch gesehen total in Ordnung.“

Nach Angaben von Hausstetter sind mittlerweile auch die Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen eingebaut.

Nun werde der Boden verlegt und die Wände gestrichen. Kosten wird der Umbau um die 300000 bis 400000 Euro – „ein stattlicher sechsstelliger Betrag.“ „Wir haben auch eine Brandschutzertüchtigung gemacht“, sagt Simon Hausstetter. Das Landratsamt Rosenheim habe einen Bescheid an die Gemeinde geschickt: Der Brandschutz sei nicht erfüllt. Dem Bürgermeister zufolge behaupten einige Personen, dass die Brandschutzmaßnahmen nur nötig sind, weil die Wirtschaft umgebaut wird.

„Das ist vollkommen falsch“, sagt er. Das Landratsamt habe schon 2009 auf den mangelnden Brandschutz hingewiesen. Die Gemeinde habe aber nichts unternommen. Auch in der Halle müsse der Brandschutz erhöht werden. Doch nun müssen erstmal die aktuellen Arbeiten abgeschlossen werden.

Kraftsportbereich im September eröffnet

Im September wird der neue Kraftsportbereich laut Hausstetter eröffnet.

Das sei notwendig, weil auch der Bereich der Schützen um ein paar Quadratmeter erweitert wurde. Und die starten nach dem Sommer wieder.

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