Aschau – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Balance: das sind die fünf Säulen Kneipps, die jedem erfahrenen Kneippianer bekannt sind. Und doch haftet der Kneippschen Lehre ein altmodischer Hauch an. Um davon wegzukommen und um Kneipp bekannter zu machen, entwickelte der Aschauer Kneipp-Verein zahlreiche Ideen. Eine davon ist hinter dem Aschauer Rathaus zu bewundern. Dort wartet das Kneippbecken frisch renoviert auf, aufgewertet mit Info-Tafeln und QR-Codes. Ein QR-Code kann von einem technischen Gerät wie einem Smartphone rasch eingelesen werden und in wenigen Augenblicken Informationen auf einer Internetseite anzeigen.
Treffpunkt für Gäste
und Einheimische
Der Termin der Eröffnung war bei sommerlichen Temperaturen perfekt gewählt. Zahlreiche Gemeindevertreter, Mitglieder des Aschauer Kneipp-Vereins und weitere Zaungäste fanden sich ein, um sich am Wasser, Quell des Lebens und eine der fünf Säulen der Kneippschen Lebensphilosophie, zu erfrischen. Bürgermeister Simon Frank sagte, er hoffe auf zahlreiche Nutzer des Kneippbeckens. Er begrüßte das Engagement des Vereins: „Ich hoffe, dass das Becken ein Treffpunkt für Gäste und Einheimische gleichermaßen wird.“
Arzt und Gesundheitswissenschaftler sowie Vorsitzender des Aschauer Kneipp-Vereins, Dr. Dr. Klaus Piwernetz, erklärte, dass es dem Verein ein Anliegen sei, Kneipp und seiner Lehre ein moderneres Image zu verpassen. Dank der Förderung durch Leader – damit unterstützt das bayerische Landwirtschaftsministerium ländliche Regionen – und dank der guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem Bauhof und der Tourist-Info stehen nun die Stelen am Kneippbecken. Kneipp sei nicht altmodisch, im Gegenteil. Es brauche nur gesunden Menschenverstand und Achtsamkeit: „Was tut mir gut?“ Wohlfühlen, Resilienz – alles Schlagwörter, die heutzutage in aller Munde sind und die Kneipp doch schon vor 150 Jahren predigte.
Dass es dem Verein nicht an Ideen mangelt, wurde bei der Enthüllung der Stelen deutlich. An der Säule Ernährung erfuhren die Gäste, dass ein Kochkurs für Männer geplant ist. An der Säule Bewegung – Tor zur Gesundheit – lud Piwernetz zu den Angeboten Turnen, Wanderungen und Yoga ein. Überhaupt gehe es darum, von Kindesbeinen an Freude an Bewegung und gesunder Ernährung zu erfahren. „Ohne erhobenen Zeigefinger“, betonte der Vorsitzende. Beim Kinderturnen im Rahmen des Ferienprogramms und künftig mit der Waldläufer-Bande bringt sich der Verein ein. Es sei wissenschaftlich belegbar, dass die fünf Säulen der Kneipp-Philosophie dem Menschen guttun, betonte er. Der Einladung zum Wassertreten folgten die Gäste sofort. Ebenso der Aufforderung: „Probieren Sie meine Kräutermischung an der Bar.“ Die Gemeinderatssitzung, die auf die Eröffnung folgte, wurde aber in den Sitzungssaal verlegt.