„Bayern wäre arm ohne Tracht“

von Redaktion

Schechen-Pfaffenhofen – Gemeinschaft als hoher Wert hat sich beim 103. Gautrachtenfest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes als von zentraler Bedeutung bewiesen. Miteinander haben Festverein Immergrün, Gemeinde Schechen, alle Ortsvereine, der Inngau-Trachtenverband sowie viele Trachtler und Gäste aus nah und fern den 75. Geburtstag des Trachtenvereins Pfaffenhofen gefeiert.

Los ging es am Freitag mit dem Heimatabend. Allein der Blick auf die festlich hergerichtete Bühne bei Auftanz, Kronentanz oder Sterntanz war es wert, zum Festheimatabend des Trachtenvereins Immergrün nach Pfaffenhofen zu kommen, um begeistert Eindrücke von Auftrittsfreude und Heimatliebe zu sammeln.

Fröhlichkeit zog sich
durch alle Auftritte

Der Festverein überraschte beim Auftanz zum Stück „Auf der Vogelwiese“ der Hochstätter Festmusik mit der großen Anzahl an jungen und aktiven Dirndln und Buam und die begonnene Fröhlichkeit setzte sich auch bei den weiteren Darbietungen fort. Dazu gehörten neben den Pfaffenhofener Gruppen noch die Auftritte vom Patenverein Alt-Rosenheim, des Nachbarvereins Hochstätt sowie der Gaujugend- und Gauaktivengruppe vom Bayerischen Inngau-Trachtenverband. Die Moderation des Abends übernahmen der gestandene Manfred Altenweger und die junge Laurentia Haas.

Absolute Höhepunkte am Festsonntag waren vormittags ein ökumenischer Gottesdienst und am Nachmittag ein farbenfroher Festzug durch den sauber herausgeputzten Ort. Nicht minder fröhlich und frohmachend waren zuvor, dazwischen und hernach die geselligen Stunden im großen Festzelt mit rund 5000 Plätzen, plus Bar, Weißbierbar, Café und Biergarten.

Ökumenischer
Festgottesdienst

Vor dem vormittäglichen Gottesdienst hieß Gauvorstand Pankraz Perfler die Aktiven und Besucher willkommen und dankte für das schöne Miteinander. Pfarrer Herbert Aneder vom Pfarrverband Pfaffenhofen-Hochstätt und Pfarrer Dr. Richard Graupner aus Großkarolinenfeld gingen in ihren ökumenischen Gebeten und Reden auf das Verbindende und Gemeinsame von Glaubens- und Brauchtumspflege ein – wie schon ein Jahr zuvor beim Trachtenverein Hochstätt und gleichem Pfarrverband. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Festmusikkapelle Hochstätt sowie die örtlichen Chöre unter der Leitung von Leni Feichtner.

Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, würdigte die Leistungen der Gastgeber und des Ortes und stellte die kulturelle Bedeutung der Trachtler insgesamt für das Land Bayern heraus. „Das Land Bayern ohne Trachten wäre arm und das Land Bayern zeigt sich auch gerne international mit den schönen Trachten und den damit verbundenen Lebenseinstellungen“, so der Minister.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März dankte auch namens seines Mit-Schirmherrn, Schechens Bürgermeister Stefan Adam, für das, was der Festverein, aber auch was die vielen Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt hatten und was auf diese Weise das Gemeinwohl verbesserte.

Anerkennung gab es auch vom Landesvorsitzenden Günter Frey vom Bayerischen Trachtenverband. Er bezeichnete die Gaufeste als Höhepunkte eines Trachtlerjahres und er lud noch zu weiteren Festlichkeiten anlässlich „140 Jahre Trachtenbewegung in Bayern“ ein, unter anderem zur Museums-Wiedereröffnung im September im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen.

Tausende von Zuschauern zeigten sich – unbeeindruckt von der sommerlichen Hitze – am Nachmittag vom Festzug begeistert, als Trachtenträger, Blasmusikanten und Ehrengäste, Fahnenabordnungen und Musikanten, 27 Kutschen, Motiv- und Trachtlerwagen sowie Vorreiter an ihnen vorbeimarschierten.

Ihre Freude über das Zusammenkommen brachten Musik-, Plattler- und Tanzgruppen auch bei den Ehrentänzen vor und nach dem Festzug zum Ausdruck. Höhepunkt war dabei wie schon beim Gauheimatabend der große Sternentanz der Alt-Aktiven (Kassettlfrauen und Mannerleute) mit 24 Paaren.

Anerkennung für
Gemeinschaftsleistung

Anerkennung für die gezeigten Gemeinschaftsleistungen bei Vorbereitungen, Zeltaufbau und Programmgestaltung gab es von Pfaffenhofens Vorstand Andreas Rausch, von Bürgermeister und Schirmherrn Stefan Adam, von Zweitem Gauvorsitzenden vom Bayerischen Inngau-Trachtenverband Max Kronberger und von Landrat Otto Lederer, der in seinem Grußwort nicht verhehlte, dass das Gesellschaftsleben im Landkreis Rosenheim ohne die kulturellen Beiträge der Musik- und Trachtengruppen sowie der Vereine und Gauverbände um vieles ärmer wäre.

Erste Gratulanten waren schon am Donnerstag der Patenverein Alt-Rosenheim mit einem essbaren Hosenträger in Form einer Torte, und der Nachbarsverein Hochstätt überreichte durch Vorsitzende Kathi Schildhauer einen Obstkorb zum „kulinarischen Ausgleich der sonst recht wurstlastigen Geschenkkörbe“.

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