Kreisumlage mit Rekordhöhe

von Redaktion

Haushalt von 20 Millionen Euro in Bürgerversammlung Riedering vorgestellt

Riedering – Zur Bürgerversammlung beim Alten Wirt in Riedering begrüßte Bürgermeister Christoph Vodermaier zahlreiche Interessierte und bedankte sich zunächst bei allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde. Dann ging er auf die in diesem Jahr anstehenden Aufgaben ein.

Im Rahmen der Dorferneuerung soll der Ortskern Riedering fertig saniert werden. Dafür seien ab den Sommerferien einige Straßensperrungen mit Umleitungen notwendig, warnte der Rathauschef.

Neubau des Wasserhochbehälters

Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, gefördert auch mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, werde sich, so Vodermaier weiter, in kurzer Zeit amortisieren.

Das Lebensmittel Trinkwasser sei „ein hohes Gut,“ die Gemeinde bezahlt die Hälfte des Neubaus eines Wasserhochbehälters und einer Wasserleitung der Gemeinde Rimsting. Sorgen bereitet der Brenner-Nordzulauf. Zwei der möglichen Trassen führen durch die Gemeinde Riedering, jahrzehntelange Baumaßnahmen mit immensen Baustelleneinrichtungen bis hin zu möglichen Betonwerken stehen im Raum.

In Vertretung von Hauptamtsleiter Johannes Lang fasste Katharina Rinser, Leiterin des Ordnungsamtes, den Sicherheitsbericht der Polizei zusammen. Die Zahl der Straftaten sei zurückgegangen, die Aufklärungsquote liege bei über 76 Prozent. Zu dieser positiven Entwicklung trage auch die Sicherheitswacht bei, die seit April 2022 die Polizei unterstützt.

Bauamtsleiterin Gunvar Steinbacher gab einen Überblick über die laufenden Bebauungsplanverfahren und Baumaßnahmen der Gemeinde. Dazu gehört auch der Austausch der in die Jahre gekommenen Abwasserpumpstationen, die die Gemeinde auch die nächsten Jahre fordern wird. Erfreulich sei, dass die Gemeinde nun mit Thomas Mayr eine selbst ausgebildete Fachkraft für Wasserversorgung habe.

Kämmerer Wolfgang Eberle erläuterte die wenig erfreuliche Finanzlage der Gemeinde. Mit einem Rekordhaushalt von über 20 Millionen Euro sei die Gemeinde „sehr gefordert“. Nicht nur die Investitionen von über 8,5 Millionen Euro schlagen zu Buche, auch die stark gestiegenen Energiepreise und eine „historisch hohe, aber leider zu zahlende Kreisumlage“ tragen zu einem finanziellen Höchststand bei.

Wie sich Entscheidungen der Bundes- und Landespolitik auf die Gemeindefinanzen auswirken, zeigte Eberle am Beispiel des Neubaus des Feuerwehrhauses in Persdorf: Trotz Förderung müsse die Gemeinde 2,3 Millionen an Eigenleistung aufbringen. Die Kredittilgung könne heuer gerade noch, in den nächsten Jahren aber nicht mehr vollständig aus den laufenden Einnahmen erwirtschaftet werden. Ein weiteres Beispiel betrifft die Ausweise: Mittlerweile zahle die Gemeinde für jeden Reisepass und Personalausweis mehr an die Bundesdruckerei, als sie – weil gesetzlich geregelt – von den Bürgern kassieren dürfe. Die anstehenden, aber notwendigen Projekte seien für die Gemeinde ein finanzieller Kraftakt, so Eberle. Der Haushalt sei vom Landkreis nur unter der Auflage genehmigt worden, sich auf reine Pflichtaufgaben zu beschränken. Der Bürgermeister nannte hier den Neubau und ein neues Fahrzeug für die FFW Neukirchen, die bauliche Verbesserung des FFW-Hauses in Riedering, die Digitalisierung der Schulen, die in Planung befindliche Heizzentrale zur Energie- und CO2-Einsparung für zentral gelegene gemeindliche Liegenschaften und Verbesserungsmaßnahmen für die Trinkwasserversorgung.

Simsseeschutzprojekt für Wasserqualität

Auch die Themen Mobilfunkstandorte, Breitbandausbau und das Simsseeschutzprojekt des Abwasserzweckverbandes Simssee werden die Gemeinde beschäftigen. Letzteres werde mit einem erweiterten Einzugsgebiet für einen noch besseren Schutz der Wasserqualität sorgen, so Vodermaier. Die wenigen Fragen der Bürger betrafen insbesondere den Neubau des Feuerwehrhauses in Persdorf, die Badequalität des Tinninger Sees, den Mobilfunkstandort Kohlstatt und falsch fahrende Radler in Riedering. Die Radler betreffend könne die Gemeinde nur appellieren. An allen anderen Punkten sei man dran, schloss Vodermaier.

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