Nachruf

von Redaktion

Höslwang – Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde mit Nikolaus Hell ein Höslwanger Original zu Grabe getragen. Das vorausgehende Requiem hielt Pater Paul, musikalisch umrahmt vom Kirchenchor und einer Enkelin des im Alter von 91 Jahren Verstorbenen, die als Solistin das Lied „Von guten Mächten, wunderbar geborgen“ vortrug.

Der „Hell Nik“, wie ihn ganz Höslwang und seine Freunde nannten, wurde 1931 als fünftes von sechs Kindern des Posthalterehepaares Anna und Michael Hell geboren. Da es damals schwierig war, sechs Kindern angemessen zu ernähren, kam Nik zu Onkel und Tante auf den Huberhof nach Unterhöslwang. Dort entstand seine Liebe für die Tiere, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten sollte.

Mit 18 Jahren kehrte er wegen seines erkrankten Vaters nach Hause zurück, wo er die Poststelle weiterführte. Von seiner Mutter übernahm er eine Versicherungsagentur und fuhr für deren kleines Reiseunternehmen den Bus. 1959 heirate er seine geliebte Irmingard, der Ehe entstammen die Kinder Klaus, Evi und Michaela sowie fünf Enkel und vier Urenkel. Die Familie war für Nik stets das Wichtigste.

Seine große Leidenschaft galt der Jagd. Er hegte und pflegte das Wild und bemühte sich stets auch um einen Interessensausgleich zwischen Waldbesitzern, Bauern und der Jägerschaft. Nachdem er 1962 Jagdpächter wurde, verbrachte er unzählige Stunden und Tage im Wald. Die Familie musste oft auch etwas länger auf seine Heimkehr warten. Aus Dankbarkeit, dass es in den vielen Jahren seiner Jagausübung zu keinem Unglück kam, erbaute er mit seiner Irmingard 1996 im Wald bei Sonnering eine dem heiligen Hubertus geweihte Kapelle. Nik war ein gläubiger Mensch, der die christlichen Werte lebte und für den der Kirchgang ein wesentlicher Teil seines Lebens war.

Im Gemeindeleben engagierte er sich von 1974 bis 1996 als Gemeinderat und von 1990 bis 1996 vertretungsweise als Dritter Bürgermeister. 1996 erhielt er die kommunale Dankurkunde der Staatsregierung.

Auch das Vereinsleben lag ihm sehr am Herzen. Er war engagiertes und langjähriges aktives Mitglied der Höslwanger Schützen, der meisten Ortsvereine sowie zahlreicher Jagdvereinigungen und -verbände. Nik wurde für seine ehrliche und gradlinige Art respektiert, geschätzt und gemocht.

Mit würdevollen und rührenden Worten ließen viele Wegbegleiter sein Wirken Revue passieren. Hubert Blank von den Höslwanger Schützen und Gauschützenmeister Bernhard Bremer erinnerten ebenso wie Jagdvorsteher Martin Maier und Lenz Thum von der BJV-Kreisgruppe Rosenheim an gemeinsame schöne Zeiten und ihre Freundschaften mit Nik. Für die Gemeinde Höslwang würdigte der Zweite Bürgermeister Josef Kink sein kommunales Wirken um das Gemeinwohl.

Seinen letzten Erdenweg am Höslwanger Friedhof begleiten die Klänge der Söchtenauer Blasmusik und der Jagdhornbläser. Die Vereinsfahnen von Schützen, Feuerwehr, Burschenverein, Sportverein, Wasserwacht und Marianischer Männerkongregation verneigten sich ebenso wie die große Trauergemeinschaft zum letzten Gruß vor einem äußerst beliebten Menschen und Vereinskameraden.böp

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