Zwischen Pinsel und Blechblasinstrumenten

von Redaktion

Ausstellung in Aschau – In seiner Freizeit greift der Instrumentenbauer Peter Baumann zur Farbe

Aschau – Schon in der Kindheit entdeckte Peter Baumann aus Aschau seine Liebe zum Zeichnen und Malen. Das technische Zeichnen, gemeinsam mit seinem Großvater, kam ihm in seiner Ausbildung in der Geigenbaufachschule und Berufsschule für Blechblasinstrumente in Mittenwald sehr entgegen.

Nach 30 Jahren
Hobby wiederentdeckt

Nachdem die Gründung einer Familie und der Aufbau eines Geschäfts mehr als 30 Jahre im Mittelpunkt standen, besann er sich jetzt wieder auf sein geliebtes Hobby. Beim Ausräumen des Kellers fand er eine Holzkiste mit Ölfarben und eine Staffelei. Den Tod seines Schwiegervaters nahm er zum Anlass, ein Ölporträt des geliebten Bergopas zu fertigen.

Die dabei verwendete Grisaille-Technik, abgeleitet von der französischen Bezeichnung für „grau“, stellt für ihn ein Handwerk dar, „mit dem er aufgrund von hellen und dunklen Farbtönen gut korrigieren kann“. 300 Arbeitsstunden hat er in das Bild investiert. Eine Kopie davon hängt heute auf der Stein- lingalm. Das perspektivische Zeichnen hat Baumann sich als Jugendlicher selbst beigebracht. „Man muss das Schauen lernen, das kann man trainieren“, so der Hobbymaler. Dabei hatte er selbst immer drei Porträts des Chiemsee-Malers Willibald Demmel vor Augen, die ihn selbst und seine beiden Brüder zeigen. Inzwischen kann auch er viele eigene Werke vorweisen. Für einen Freund aus dem Ort habe er dessen Eltern porträtiert, die Mutter in Kohle, den Vater in Öl. Sein neuestes Werk zeigt den verstorbenen Baron Rasso von Cramer-Klett, basierend auf der Schwarz-Weiß-Fotografie seiner Todesanzeige. Die Malerei sei und bleibe ein Hobby, betont Baumann. Er habe auch nie eine Mal-Schule besucht. Allein von dem Aschauer Kunstmaler Franz Feistl habe er sich in Farbenlehre und Maltechnik instruieren lassen.

Für ihn sei die Malerei ein Experiment und ein Rückzug aus dem Alltag. Deshalb nehme er auch keine Aufträge an. Einen Schritt in die Öffentlichkeit hat er jedoch bereits gewagt. Im Rathaus in Aschau ist noch bis Oktober eine Ausstellung seiner Bilder zu sehen. elk

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