„Ein großer Sohn Bayerns“

von Redaktion

35. Todestag von Franz Josef Strauß – Gedenken am Rotter Friedhof

Rott – Zur Kranzniederlegung waren auf dem Friedhof unter anderem die beiden Söhne, Max Josef und Franz Georg Strauß, Tochter Monika Hohlmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Rotts Bürgermeister Daniel Wendrock, CSU-Abgesandte, das Polizeiorchester Bayern und Bürger dabei. Monika Hohlmeier bedankte sich bei der Landtagspräsidentin, die stellvertretend für Ministerpräsident Markus Söder „mit Fußverletzung und Grippe“ gekommen sei, um dem Gedenken an Strauß beizuwohnen. Hohlmeier meinte, dass der 35. Todestag „nicht so groß, aber auch nicht ganz klein“ sei.

Zeit der
politischen Extreme

Ihr Vater hätte „in dieser Zeit der politischen Extreme“ sicherlich einiges zu sagen gehabt. Für sie als Tochter sei aber immer klar gewesen: „Mein Vater hätte nicht der Mann sein können, der er war, wenn meine Mutter ihm nicht den Rücken gestärkt hätte“, so Hohlmeier. Wasserburgs Stadtpfarrer, Bruno Bibinger, umriss die Zeit vor 35 Jahren, als der ehemalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß am 3. Oktober 1988 plötzlich verstarb. „Das Leben stand auf einmal still, als ein prägnanter, herausragender Mann von uns ging“, sagte er. „Strauß war unbeirrbar in seiner Einstellung und war bekannt für seinen starken Willen.“

Dem schloss sich Ilse Aigner in ihrer Ansprache an: „Er lebt immer noch weiter – im Herzen und Gewissen der Menschen. Strauß war ein großer Sohn Bayerns“, betonte Aigner. Strauß hätte als Sohn eines Münchner Metzgers aus einfachen Verhältnissen gestammt. „Als er dann als Bester in Bayern das Abitur abschloss, gab es hohe Erwartungen an ihn“, berichtete Aigner. „Er war ein brillanter Redner, wortgewaltig, gewandt und blitzgescheit. Er war authentisch und redete Klartext mit hoher intellektueller Würze. Er stand für eine Politik der langen Linie, die das Land bis heute prägt. Seine Reden bewegen die Menschen bis heute“, so die Landtagspräsidentin. „Die Wiedervereinigung Deutschlands, die wir am 3. Oktober feiern, haben wir Altkanzler Helmut Kohl zu verdanken, aber ohne Franz Josef Strauß wäre es nie so weit gekommen“, sagte Aigner. „So ist es nur richtig, dass wir hier – einen Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit und gleichzeitig der Todestag von Strauß – zusammenkommen“, so die Landtagspräsidentin.

Sein Tod war für seine Kinder – wobei sich Aigner an Monika Hohlmeier, Max Josef und Franz Georg Strauß richtete – eine schwere Tragödie, vor allem, da sie nur vier Jahre zuvor ihre Mutter verloren hätten. Bürgermeister Wendrock sei bei seiner Recherche über Franz Josef Strauß „über viele Aussagen des ehemaligen Ministerpräsidenten gestolpert“, erklärte er in seiner Ansprache. Am besten hätte ihm folgendes Zitat gefallen: „Ich bin weder Heiliger noch ein Dämon. Ich bin kein ausgeklügeltes Buch, sondern ein Mensch in seinem Widerspruch.“ „Das beschreibt Strauß sehr gut“, meinte Wendrock. „Er hat in Rott gelebt, seine Kinder sind hier zur Schule gegangen, er ist Ehrenbürger unserer Gemeinde. Wir sind dankbar dafür, dass Strauß in der Familiengruft seit 1988 seine Zuflucht gefunden hat“, schloss der Bürgermeister. Anschließend wurden unter Trommelwirbel die Kränze von der Gemeinde, seinen Kindern, seiner Partei und von Ministerpräsident Söder feierlich in der Strauß-Gruft niedergelegt. Zum Abschluss sang das Polizeiorchester Bayern und die Anwesenden die Bayernhymne und Nationalhymne.

Sich selbst
treu geblieben

Bei dem Gedenken dabei war auch der 98-jährige Franz Blattenberger senior, langjähriger Ortsvorsitzender der CSU Rott und Gemeinderatsmitglied, mit seinem Sohn Franz Blattenberger junior. Die beiden „sind große Strauß-Fans“ und ließen es sich nicht nehmen, der Kranzniederlegung beizuwohnen. Blattenberger junior habe den Ministerpräsidenten „ein paar Mal getroffen“. Strauß habe sich „nicht nach Meinungsumfragen“ gerichtet und sich verbiegen lassen. Er sei sich selbst treu geblieben.

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