Flintsbach – Nachdem nun die „Studie zu unterirdischen Verknüpfungsstellen in Bahntunneln“ vorliegt, hat der Gemeinderat Flintsbach in seiner vergangenen Sitzung die bereits an das Rosenheimer Landratsamt eingereichten Kernforderungen zum Brennerbasistunnel (BBT) angepasst. Die Gemeinderäte waren sich darüber einig, dass die von der Bahn angestrebte oberirdische Verknüpfungsstelle „Kirnstein“ in der derzeit geplanten Form abzulehnen ist.
„Immerhin hat eine renommierte Expertengruppe um Professor Dr. Konrad Bergmeister insgesamt 28 Varianten unterirdischer Verknüpfungsstellen für Güter- und Personenzüge im Mischbetrieb analysiert und in einer 90-seitigen Studie dokumentiert. Der ehemalige BBT-SE-Vorstand gilt in Bahnkreisen als internationaler Experte für Tunnelbau“, berichtete Flintsbachs Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU). Die Sicherheit sei anhand nationaler und internationaler Normen bewertet worden. Alle Varianten sind laut Lederwascher genehmigungsfähig, wenn entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. Lederwascher fordert eine sofortige Änderung des Planungsauftrags an die DB Netz AG, auf Grundlage der vorliegenden Studienergebnisse. Besonders wichtig sei die Untersuchung der konkreten Trassierung einer unterirdischen Verknüpfungsstelle „Wildbarren“ – im gleichen Detailgrad wie die bisherige offene Lösung im engen Inntal. Basierend auf den vorliegenden Studienergebnissen müsse dies nun als wesentlicher Bestandteil des Planrechtsverfahrens der DB Netz AG erfolgen, denn dies können die Inntal-Gemeinden laut Lederwascher nicht leisten.
Treffen
wurde abgesagt
Das bereits zugesagte Treffen zwischen dem Bahnvorstand, dessen Planungsexperten und den Inntal-Bürgermeistern mit ihren Fachleuten, zu denen unter anderem Bergmeister gehört, sagte die Bahn kurzfristig ab. Dies sei als enttäuschend aufgenommen worden.
Nach wie vor besteht auch im Bundesverkehrsministerium, ungeachtet mehrfacher Nachfrage, kein Interesse an einem Meinungsaustausch, wie Lederwascher mitteilte. Trotzdem werde beabsichtigt, an beiden Gesprächspartnern festzuhalten und alle Möglichkeiten zu nutzen, um in den Dialog mit dem Bahnvorstand und dem Ministerium zu treten. stv