Stephanskirchen – Chancen ausgerechnet hat sie sich eigentlich nicht, sagt Pia gleich zu Beginn. Die 29-Jährige lebt gemeinsam mit ihrem Freund Sebastian und ihrem Kater Lorenz in einem kleinen Haus in Stephanskirchen. Jeder Raum ist sorgsam eingerichtet, überall sieht man die Liebe zum Detail. „Ich habe schon immer Freude daran gehabt, Räume zu dekorieren“, sagt die Ergotherapeutin. Auch deshalb sei sie großer Fan der TV-Sendung „Deko Queen“ von Guido Maria Kretschmer.
Fünf Kandidatinnen im Duell
Das Konzept der Sendung ist angelehnt an das der ebenfalls von Kretschmer moderierten Styling-Doku „Shopping Queen“. Pro Woche treten fünf Kandidatinnen gegeneinander an und schrauben, streichen und dekorieren um die Wette. Jede Kandidatin gestaltet pro Sendung einen Raum der eigenen Wohnung zu einem vorgegebenen Ober- und Unterthema. Die Ergebnisse bewerten die Teilnehmer gegenseitig und erhalten außerdem Punkte von Guido Maria Kretschmer.
Spontan
angemeldet
Im November 2022 beschloss Pia, sich bei „Deko Queen“ anzumelden. Einfach so. „Ich hab nicht wirklich damit gerechnet, dass jemand aus Stephanskirchen überhaupt eine Chance hat“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Kathi füllte sie den Fragebogen aus – um vier Wochen später einen Anruf von der Produktionsfirma zu erhalten. „Da war ich gerade in Kapstadt“, erinnert sich die 29-Jährige. Sie erfuhr, dass sie eine der fünf Kandidaten ist, die für die Show ausgewählt wurde.
So richtig glauben konnte es die junge Frau aus Stephanskirchen zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Erst als das Kamerateam Monate später an ihrer Haustür klingelte, realisierte sie, dass sie tatsächlich Teil einer Fernseh-Sendung ist. Aufgeregt sei sie trotzdem nicht gewesen. „Das Team war total nett, wir haben uns von Anfang an gut verstanden“, sagt sie. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde habe sie von Guido Maria Kretschmer per Videobotschaft das Motto erfahren: „Mutiger Mustermix – Kombiniere verschiedene Muster zu einem dynamischen Look“. Einige Minuten kam dann auch noch Deko-Boy und Malermeister Rory vorbei. Im Gepäck: Einen „Eyecatcher“, das Unterthema und 2500 Euro. Der „Eyecatcher“ war eine Vase, deren Design an Tintenfischtentakel erinnert. Angelehnt daran ihr Untermotto „Flora, Fauna und natürliche Muster“.
„Anschließend sind wir alle zusammen ins Arbeitszimmer gegangen“, sagt die 29-Jährige. Jenes Zimmer, das komplett umgestaltet werden sollte. Und das innerhalb von gerade einmal acht Stunden. Gemeinsam mit Rory und Freundin Kathi überlegte sie, wie genau sie das Zimmer verändern wollte. Weil eine neue Tapete aufgrund der Raufaser-Tapete schnell ausschied, entschieden sich die drei für ein selbst gemaltes Wandbild. „Anschließend haben wir im Online-Handel eingekauft“, sagt Pia. Farbeimer, Pinsel und einige Möbel landeten so im digitalen Einkaufswagen. „Rory kümmerte sich um die Abholung, während wir uns auf den Weg zu den Geschäften machten“, sagt die 29-Jährige. Und zwar im schwarz-goldenen Shoppingmobil.
„Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass ich etwas finde, was mir gefällt und was bezahlbar ist“, sagt sie. Bereits vorab habe sie sich überlegt, bei welchen Geschäften sie einkaufen will. Los ging es bei „Irmi‘s Hoamat“ in Riedering. Dort kaufte sie neben einem Holzregal und einer Tischlampe im Federmuster auch einen Teppich sowie Kissen und Stühle. Anschließend ging es mit dem Shoppingmobil nach Rosenheim zum Gartencenter Nickl. Dort nahm die 29-Jährige neben einigen Apfelkisten, aus denen sie einen Schreibtisch bauen wollte, auch Blumen sowie zahlreiche Dekoartikel mit. Der letzte Stopp war schließlich das Geschäft „Biorausch“ in Stephanskirchen. Hier kaufte sie neben Kerzen und Tassen auch eine Decke. „Am Ende hatte ich von den 2500 Euro noch 1,88 Euro über“, sagt sie.
Mit Shoppingmobil durch die Region
Anschließend brachte das Shoppingmobil die 29-Jährige und ihre Freundin Kathi wieder zurück zum Haus. Das Auto musste ausgeräumt und die Möbel zusammengeschraubt werden. Bilder wurden aufgehängt, Dekoartikel hin- und hergeschoben und künstliche Blumen im Zimmer verteilt. Zehn Minuten vor Ablauf der Zeit hatte alles im Raum seinen Platz gefunden. „Der Raum war nicht mehr wiederzuerkennen und hat mir total gut gefallen. Tut er noch immer“, sagt sie.
Siegerehrung
in Hamburg
Die Siegerehrung fand kurze Zeit später in Hamburg statt. Dort lernte die 29-Jährige nicht nur die anderen Kandidatinnen kennen, sondern auch Guido Maria Kretschmer. „Er ist genauso lieb und lustig, wie man ihn auch aus dem Fernsehen kennt“, sagt sie. Am Ende reichte es nur für den vierten Platz. Für Guido sei das Zimmer wegen Rorys Wandmalerei etwas zu naiv geworden und bei der Vielzahl von Accessoires insgesamt zu unruhig.
Von der Kritik aus der Ruhe bringen lässt sich die 29-Jährige nicht. „Für mich hat das total gepasst“, sagt sie. Zumal sie am Ende ja doch irgendwie gewonnen hat. Nicht nur, weil sie einen kompletten Raum geschenkt bekommen hat, sondern auch die Möglichkeit hatte, Kretschmer kennenzulernen. „Ich würde sofort noch einmal mitmachen“, sagt sie.