Klärschlamm wird ultraschallbehandelt

von Redaktion

Firma VTA legt im Kiefersfeldener Gemeinderat den Bericht über Zusammenarbeit vor

Kiefersfelden – Hier mussten die Gemeinderäte einmal keinen Beschluss fassen, denn die beiden Vertreter der weltweit tätigen österreichischen Firma VTA, Dr. Christian Lang und Bernhard Scheuringer, informierten die Räte über die langjährige intensive Zusammenarbeit in der gemeindeeigenen Kläranlage. „Das Umweltunternehmen VTA beschäftigt sich seit 35 Jahren mit der Reinigung und Aufbereitung von Abwasser“, wie der technische Mitarbeiter Bernhard Scheuringer hervorhob.

Auch Strom
wird erzeugt

Dazu zählen unter anderem die Ultraschallbehandlung von Klärschlamm, eine effiziente Schlammentwässerung und die VTA Micro-Turbine zur Erzeugung von Strom aus Klärgas. Mit der Kläranlage in Kiefersfelden verbindet VTA eine langjährige Zusammenarbeit in vielen Bereichen.

Dr. Christian Lang stellte sodann das System Nanofloc vor, das auf Eisen basiert und mit dem das Unternehmen (nicht nur) Wasser auf Basis modernster Nanotechnologie reinigen kann. Das Produkt, das im Kieferer Klärwerk zum Einsatz kommt, sorgt bereits in minimaler Dosierung für außerordentliche Absetzeigenschaften, hohe Sinkgeschwindigkeiten und niedrigen Schlammindex.

Damit entlastet es die Nachklärbecken entscheidend, auch bei hoher Belastung. Beispielhaft nannte der Experte dann, dass im Normalfall die Anlage für die rund 10000 Einwohner ausgelegt ist, aber bei Veranstaltungen oder Festen auch schnell eine deutlich erhöhte Klärschlammbelastung auftreten kann. Und das ist mit diesem System kein Problem.

Weiter spart der Einsatz von Nanofloc bis zu 37 Prozent Energie und auch die Entwässerungsreinigung wird dadurch optimiert. Es fallen in etwa zehn Prozent weniger Klärschmutz an, der kostenintensiv entsorgt werden müsste. Auch in der Microplastik-Entsorgung, die ein herkömmliches Klärwerk mit bis zu 70 Prozent schafft, „zeigt der Einsatz unseres Produkts eine Klärungsrate von 99 Prozent auf“, erklärt der Fachmann. Nachgewiesen ist auch die deutliche Verringerung schädlicher Aerosole, also feinster Rauch oder Nebel, die die Umwelt und Atemwege belasten oder gar schädigen können.

Die Kosten für diese alternativlose Reinigung des Kieferer Abwassers ist natürlich nicht umsonst: Die Ausgaben belaufen sich auf drei Euro pro Jahr und Einwohner der Gemeinde. Aber nicht nur für den Bürgermeister Hajo Gruber (UW) „ist das eine wichtige Aufgabe der Gemeinde, die Umweltbelastung deutlich zu mindern“.

Auf die langjährige Zusammenarbeit mit der Firma VTA angesprochen, zeigt sich der Klärwerks-Betriebsleiter Sepp Goldmann durchweg positiv angetan. „Die Reinigung des Abwassers und die Säuberung von Microplastik gelingt mit den Produkten von VTA hervorragend und das Wasser ist so sauber wie möglich, wir können es problemlos in den Inn einleiten. Natürlich kostet das auch gutes Geld, aber es ist alternativlos.“

Die Kläranlage in Kiefersfelden reinigte erstmals im Jahre 1965 das Abwasser der Einwohner Kiefersfeldens und Thiersees (Tirol). Die große Erweiterung der Anlage geschah zwischen 1993 und 1995, als das Belebungsbecken und das Nachklärbecken mit Phosphatfüllung und Schlammfaulung hinzukamen. Damit stehen insgesamt sechs Becken mit insgesamt 1500 Kubikmetern Fassungsvermögen für die Abwasserreinigung zur Verfügung. Wichtig auch, dass seit der Erweiterung die jährlichen Instandhaltungsmaßnahmen genauestens eingehalten werden. Rund 11000 Einwohner, Tendenz steigend, aus den beiden Grenzkommunen, inklusive der Gewerbebetriebe und der beiden Autobahnrastanlagen, sind an die Kläranlage angeschlossen.

Das Abwasser beläuft sich bei trockenem Wetter auf über 1600 Kubikmeter pro Tag, bei Starkregen können dann aber auch schon mal bis zu 6000 Kubikmeter reinigungsbedürftiges Nass die Klärbecken fluten. Der technische Ablauf der Reinigung stellt sich so dar, dass nach Verlassen des häuslichen oder gewerblichen Abwassers dieses über das Kanalsystem der beiden Gemeinden in die Klärbecken fließt. Dort durchläuft das Abwasser eine „Drei-Stufen-Reinigung“, das verunreinigte Wasser wird dabei mechanisch, biologisch und letztlich auch chemisch um bis zu 98 Prozent gereinigt und wieder in den nahen Inn eingeleitet.

Auch die Micro-Turbine von VTA ist ein Erfolgsmodell. Sie fährt bereits seit Jahren unter Volllast und erzeugt täglich bis zu 30 kWh Energie, die in die Anlage einfließt und deren Fremdstromverbrauch damit deutlich reduziert.

Artikel 1 von 11