Raubling – Die vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschriebene Kommunale Wärmeplanung (KWP) lässt Kommunen und Bürger nicht kalt. Um was es dabei inhaltlich geht und wie die Planung abläuft, wurde in vielen Medien bereits vorgestellt. Nun stand sie auch in der jüngsten Raublinger Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung.
Komplexe
Gesetzeslage
Das komplexe Gesetz beschäftige seit Herbst vergangenen Jahres die Bevölkerung, die Erwartungshaltung sei groß, sagte Bürgermeister Olaf Kalsperger. Allerdings müsse er aber auch auf die Bremse treten, sofern alte Heizungen zeitnah getauscht werden müssten, könne man nicht warten, bis eine kommunale Wärmeversorgung aufgebaut sei. Wegen genauer Informationen zum Inhalt und Ablauf der KWP war Michael Hartmann, Planungsingenieur von der Innergie GmbH Rosenheim, in der Sitzung. Ein Kernpunkt ist dabei die gesetzliche Vorschrift, dass bei Kommunen unter 100000 Einwohnern – Raubling hat rund 12000 Einwohner – die Wärmeplanung bis 2028 abgeschlossen sein muss.
Die KWP ist mittlerweile Gesetz und verpflichtet die Länder sicherzustellen, dass je nach Gemeindegröße bis spätestens 30. Juni 2028 Wärmepläne vorliegen. Dabei handelt es sich um eine informelle Planung auf Gemeindeebene und einen zentralen Baustein der Energiewende vor Ort unter Berücksichtigung zukünftiger Klimaneutralität und Versorgungssicherheit. Ziel der KWP ist, dass bis 2045 deutschlandweit alle Kommunen – rund 11000 insgesamt – die Wärmeerzeugung bis dahin CO2-neutral gestaltet haben. Zwischenziele sind, dass die bis dahin bestehenden Wärmenetze Wärme liefern: Bis 2030 sollen sie einen regenerativen Anteil von 30 Prozent und bis 2040 einen regenerativen Anteil von 80 Prozent haben.
Die aus Sicht der Gemeinde Raubling wesentlichen Punkte sind: Die Planung wird im ersten Halbjahr 2024 noch in Auftrag gegeben, die Fertigstellung soll im Jahr 2025 – gesetzliche Pflicht 2028 – erfolgen. „Die Gemeinde möchte ein möglichst realistisch umsetzbares Konzept entwickeln.“ Man müsse bedenken, dass das Wärmenetz wirtschaftlich betrieben werden müsse. „Wir sehen dazu Synergien im Hinblick auf die erneuerbaren Energien mit der Innergie und dem künftigen Regionalwerk“, ist aus dem Rathaus zu vernehmen.
Abwärme
der Papierfabrik
In Raubling ist auch Fernwärme ein Thema, denn es existiert ein Fernwärmenetz von der Innergie, in dem die überschüssige Abwärme der Energieerzeugung in der Papierfabrik Raubling eingespeist und genutzt werden kann. Das Netz hat eine Länge von fünf Kilometern und 17 Anschlüsse, beispielsweise Wohnhäuser in der Siedlung, Gewerbebetriebe, die Michael-Ende-Schule und die neue Sporthalle sowie das derzeit im Umbau befindliche Vereinsheim des TuS Raubling. „Seit es ein Fernwärmenetz bei uns gibt, tauchen dazu immer wieder Fragen auf“, so das Rathausoberhaupt. „Wir können nur die Abwärme nutzen, die die Fabrik nicht braucht“, gab er zu bedenken. „Wenn die Kommunale Wärmeplanung vorliegt, könnte man wohl Näheres sagen, auf alle Fälle hat es jeden zum Nachdenken gebracht“, so der Bürgermeister.