100 Flüchtlinge für Stephanskirchen

von Redaktion

Landkreis plant Dauerunterkunft – Mietvertrag ist bereits unterzeichnet

Stephanskirchen – Knapp neun Jahre ist es her, dass die Gemeinde im ganzen Ortsgebiet in kürzester Zeit ein Dutzend Holzhäuser errichtete – und dort Asylbewerber und Geflüchtete einzogen. Jetzt sieht die Lage anders aus. Seit Dienstag weiß Bürgermeister Karl Mair, dass das Landratsamt Rosenheim in der Gemeinde eine Dauerunterkunft für bis zu 100 geflüchtete Personen einrichten möchte. Das Landratsamt hat dafür, so die Aussage von Landrat Otto Lederer gegenüber Mair, die derzeit leer stehende Gewerbeimmobilie in der Hofmühlstraße 34 im Ortsteil Murnau für mehrere Jahre angemietet. Der Mietvertrag sei von beiden Seiten unterschrieben, bestätigt Michael Fischer, der Sprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen – der Vermieter baue die Immobilie jetzt noch passend um.

Planungen stoßen
auf Widerstand

Pläne, die in Stephanskirchen auf wenig Gegenliebe stoßen. Nicht, weil man keine geflüchteten Menschen aufnehmen will. Da liegt die Gemeinde laut Bürgermeister jetzt schon über dem Landkreis-Durchschnitt. Sondern, weil man sie nicht so untergebracht wissen will. Kommunalpolitiker und Verwaltung sehen seit Jahren die Unterbringung von so vielen geflüchteten Personen an einem einzigen Standort sehr kritisch. „Seit der Flüchtlingskrise 2015/16 setzt die Gemeinde auf kleinteilige Konzepte und dezentrale Lösungen“, sagt Mair. Damals errichtete die Gemeinde an fünf Standorten, verteilt über das ganze Gebiet des Ortes, ein Dutzend Häuser in Holzbauweise mit insgesamt 20 Wohneinheiten, die an das Landratsamt vermietet wurden. „Dieses Konzept erleichterte die Integration der geflüchteten Personen ganz wesentlich“, ist Mair – damals schon Gemeinderat – sicher. Angenehmer Nebeneffekt für Stephanskirchen: Die 2015 und 2016 investierten 3,7 Millionen Euro haben sich mittlerweile amortisiert und die Häuser gehören längst der Gemeinde.

Auch die Geflüchteten aus der Ukraine sind über den Ort verteilt. Die größte Gruppe – etwa 16 Personen – lebt in zwei Wohngemeinschaften im alten Pfarrhaus in Schloßberg, alle anderen in privaten Quartieren. Und so dezentral hätte es die Gemeinde gerne auch in Zukunft. „Die Verwaltung wird daher dem Gemeinderat vorschlagen, eine Nutzung der Gewerbeimmobilie in der Hofmühlstraße als Flüchtlingsunterkunft abzulehnen, sobald ein entsprechender Antrag vorgelegt wird“, kündigt Karl Mair an. Egal, ob es der Bauantrag des Immobilienbesitzers ist oder der Antrag auf Umnutzung.

2175 Quadratmeterfür 21000 Euro im Internet angeboten

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