Kiefersfelden – Die Kunst des Aktmalens und -zeichnens stand für die Mitglieder des Künstlerkollektivs „Stoasag“ in den vergangenen Wochen im Fokus ihrer Arbeit. Zur Präsentation ihrer Ergebnisse luden sie zur Ausstellung „gemalt – Akt – gezeichnet“ ins Atelier Unterkiefer ein, wo die Werke von zehn Freischaffenden zu bewundern waren.
Jutta Richter begrüßte die vielen Interessierten und lud alle ein, „die Ausstellung zu erkunden und sich von der Vielfalt und Schönheit der Aktkunst inspirieren zu lassen“. Zu sehen waren die von James Clay, Alex Gaderbauer, Nada Dietel, Josef Huber, Jutta Richter, Peter Scherer, Renata Seidel, Eva Teusch-Seissl, Katrin Stocker und Isidor Winkler gezeichneten und gemalten Akte, die sie zuvor in mehreren Workshops auf Papier festgehalten hatten. Die Organisatorin Nada Dietel, die die Kunstabende geleitet hatte, betonte, dass hier „Liebhaber des Malens teilnahmen, die ihre Kunst vertiefen wollten“. Im Vordergrund des Workshops stand das freie Arbeiten mit den Models, die sowohl weiblich als auch männlich waren.
Eines davon war Gertraud Kapfinger aus Kirchbichl in Tirol, die selbst seit mehr als 20 Jahren dem Kunst-Kulturkreis Kiefersfelden-Kufstein angehört. Zweimal hatte sie während des Workshops Modell gestanden und für sie „waren diese Abende eine große Herausforderung. Mich nackt zu zeigen war nicht das Problem, sondern die Körperbeherrschung war eine echte Herausforderung für mich“, so Kapfinger. „Schon bei der Vorbereitung habe ich mich gefragt, was ich in der Phase tue und wie ich mich absolut stillhalten kann. Letztlich habe ich ein bisschen meditiert und das hat mir sehr geholfen.“ Für sie war es das erste Mal überhaupt, dass sie für einen Akt Modell gestanden ist. „Ich habe mich nicht geschämt, meinen nackten Körper zu zeigen. Denn jeder Körper hat seine eigenen Dimensionen und seine eigene Schönheit, ich mag meinen Körper.“ Allerdings hat sie sich „nicht in jedem Werk wiedererkannt, was aber sicher auch am Künstler liegt, denn jeder hat seine eigene Art, die Dinge zu sehen und auf das Blatt zu bringen.“
An beiden Ausstellungstagen fanden viele Kunstinteressierte den Weg ins Atelier, wo sowohl die Künstler als auch die Aktmodelle zum Gedankenaustausch zur Verfügung standen und Informationen an Interessierte der Aktmalerei oder auch des Modellstehens weitergaben.
Weitere Informationen zum grenzüberschreitenden Künstlerkollektiv „Stoasag“ gibt es im Internet unter „stoasag.de“. hko