Aschau – „Die Zukunft des Tourismus in Aschau beginnt bei jedem Einzelnen von uns“, erklärte Herbert Reiter, Leiter der Aschauer Tourist-Info, in der Sitzung des Gemeinderates, als er die aktuellen Tourismuszahlen vorstellte. Aufgabe der touristischen Arbeit sei es, das Bergsteigerdorf Sachrang als Marke nachhaltig zu positionieren, die Wirtschaftsförderung weiter zu stärken und die Vernetzung voranzubringen.
Langsames, aber stetiges Wachstum
Auf Anfrage der fünf Gemeinderäte der FWG Aschau präsentierte der Tourismuschef einen detaillierten Bericht über die Entwicklungen im Ort seit dem Einbruch durch Corona und gab einen Ausblick auf zukünftige Projekte. „Es ist sehr erfreulich, dass sich die Übernachtungszahlen nach den Corona-Jahren langsam aber sicher wieder erholen. Ein besonderer Beitrag dazu leistet der Zugewinn des Alpen Camping Stellplatzes für Wohnmobile, der im Mai 2023 eröffnet hat“, so Reiter.
Die Zahlen haben sich gegenüber dem Vorjahr merklich gesteigert, haben aber den Stand von 2019, also vor Corona, noch nicht erreicht. „Doch schon das Halten der jetzigen Gäste- und Übernachtungszahlen ist als Erfolg auf diesem hart umkämpften Markt anzusehen“, so Reiter. Aschau verzeichnete im vergangenen Jahr über 322071 Übernachtungen und 70491 Gäste. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mittlerweile wieder bei fast vier Tagen. Im Jahr 2023 standen 2285 Betten zur Verfügung. „Der Trend, Urlaub im eigenen Land zu machen, ist weiterhin deutlich erkennbar und davon können wir natürlich profitieren und sollten das auch nutzen“, so Reiter.
Das touristische Jahresmotto für 2023 in Aschau und Sachrang lautete „Zamhocka“. Nach den Herausforderungen der Pandemie stand das Bedürfnis im Vordergrund, wieder gemeinsam besondere Momente in der Gemeinschaft zu erleben. Das Motto betonte die Bedeutung von Begegnungen. Dazu gehörten Veranstaltungen wie der „Zamhocka-Tisch“ in über 20 Lokalen und Almwirtschaften, der die Gäste einlud, mehr als nur nebeneinander Platz zu nehmen. Es bot Raum für Kontakt, Ruhe, Freude, Genuss und Begegnungen mit Einheimischen und anderen Gästen.
Zahlreiche Veranstaltungen konzipierte die Tourist-Info in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Gruppierungen des Dorfes. Vom Schlosskonzert über die Festivo-Reihe bis zum Musikforum Sachrang, weiter über den Sachranger Kunst- und Handwerkermarkt, die Kampenwand-Gedenkfeier bis hin zum Aschauer Markt, die Ölbergwallfahrt und den erstmals durchgeführten Adventsmarkt zogen Veranstaltungen zahlreiche Gäste ins Tal, ebenso die Prädikate Genussort, Bergsteigerdorf und das Bankerldorf.
Veranstaltung
bringen Gäste ins Tal
Schloss Hohenaschau entwickelte sich zu einem Hauptanziehungspunkt der Region: 6000 Erwachsene und Kinder haben sich vom kulturellen Angebot in den historischen Gemäuern überzeugt. Das Programmangebot für die Gäste wurde weiter verdichtet, zahlreiche Führungen, Kurse und Wanderangebote, wie „Bauernland und Bauersleut“ der Aschauer Bäuerinnen oder die verschiedenen Blumen- und Kräuterführungen werden sehr gut angenommen.
Seit Dezember ist der ÖPNV in Stadt und Landkreis Rosenheim Teil des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Damit sind die Bürger der Gemeinde Aschau an das Tarifsystem mit Streifenkarten, Tageskarten und Monatskarten angebunden. Es sind auch Gruppenkarten erhältlich.
„Für das Obere Priental bedeutet das eine große Verbesserung: Innerhalb des Gemeindegebietes zahlen wir beispielsweise für die einfache Fahrt nur 1,90 Euro für die Strecke von Sachrang nach Aschau“, so Reiter.