Raubling – Zum Glück ist die Zwangspause von fünf Jahren für die Laienspielgruppe des Trachtenvereins „Edelweiß“ Raubling wieder vorbei. Unter anderem hatte die Corona-Pandemie die Darsteller und Regisseurin Kathrin Obermair einige Jahre ausgebremst, nun stehen sie endlich wieder auf den Bühnenbrettern. Verlernt haben sie nichts, wie der aktuelle Dreiakter „Zu wenig und zu viel“ von Peter Landstorfer zeigt. Einige junge Gesichter sind neu dabei und haben ihre Premiere erfolgreich gemeistert.
Ein glückliches Händchen bewies einmal mehr Theaterleiterin Kathrin Obermair bei der Besetzung der Rollen. „Alle suchan eahna Glück“, kündigte die Regisseurin bei der Premiere an, der auch Bürgermeister Olaf Kalsperger und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Rechenauer beiwohnten.
Die zwei Vagabunden Dünkel (Peter Voit), Werk (Thomas Krapf) und Vagabundin Optime (Sophia Obermair) sind in diesem Stück mit ihrem Leben nicht zufrieden, ihnen ist alles einfach „zu wenig“. So machen sie sich auf die Suche nach dem Glück. Doch als ihnen das vermeintliche „Glück“, dargestellt von Teresa Obermair, die auch mit Gesang begeisterte, endlich begegnet und zu einem scheinbar besseren Leben verhilft, wird aus der anfänglichen Zufriedenheit bald wieder Unzufriedenheit. „Das Glück trifft dich oft als Taubenscheiße“, war zu vernehmen, was natürlich schallendes Gelächter im Publikum auslöste.
Da stand auch Elly Deboy in der Rolle als Bürgermeisterin nicht nach, sie wollte als Statue wie die Patrona Bavariae verewigt werden und machte sich als Modell wartend vor den Vagabunden bereit. Einen schier unerfüllbaren Auftrag erteilte die „Alte, Wittib von Loamgruab“ in Person von Andrea Bauer (eine Ikone in der Theatergruppe) als „Schmiedemeister Werk“ mit einer Laterne: Viereckig mit runden Kanten, einem Glas ohne Durchsicht, klein und groß, gab sie vor. Mehrere Anfertigungen lehnte sie ab, „nah de mog i net“, ehe ihr eine edle Ausführung gefiel, „i brauch’s hoit für’n Saustoi, weis da so finsta is“. Nach der Suche zum Glück konnten – oder mussten – sich die Vagabunden nach der Auswahl von „vier verschiedenen Welten“ für eine entscheiden. Das Gefühl „zu wenig“ zu haben, trieb die drei dazu, das Glück immer mehr herauszufordern. Letztendlich verloren sie jegliches Maß für „zu wenig und zu viel“.
Das Durcheinander, die Turbulenzen und auch die Gesangseinlagen von allen Darstellern zum Schluss begeisterten das Publikum. Dazu trugen weiter bei: Sepp Kirchhuber junior, Anna Fichtmeier, Klaus Eberhard, Sabine Ring, Florian Zörckler, Thomas Pichler, Sebastian Land, Marinus Bauer, Raphael Csirits, Elena Vodermaier und Thomas Bernschneider.
Was wäre eine Theaterpremiere beim Huberwirt ohne Musi – dafür sorgten Birgitt Köppl an der Hammondorgel und die „Sunseit`Musi“. Wer noch etwas vom „Glück“ mitbekommen möchte, hat morgen, Samstag, und Sonntag, 24. März, jeweils um 19.30 Uhr beim Huberwirt Gelegenheit.ru