Neues Leben im US-Laden

von Redaktion

Zerfetzte Tapeten, vergammelte Böden und eine kaputte Decke: Der ehemalige US-Warenladen an der Rosenheimer Straße war in einem erbärmlichen Zustand – bis sich der Brannenburger Markus Marlog darum kümmerte. Ein Einblick in die Räume an der Hauptstraße.

Brannenburg – „Es war mir schon immer ein Dorn im Auge“, erzählt Glasermeister Markus Marlog, als er auf das Gebäude in der Rosenheimer Straße angesprochen wird. Schon als Kind sei er häufig an der Schaufensterfront vorbeigekommen und sah über Jahre hinweg, wie der ehemalige Laden für US-Waren immer mehr verwahrloste. Als Marlog sich vor rund drei Jahren selbstständig machte, war für ihn daher klar: „Da will ich rein.” Doch der Glaser hatte zunächst kein Glück. Ein anderer Mieter war schneller gewesen und nutzte die Fläche als Lager.

Vergammelte Böden
und kaputte Decken

Seit Oktober 2023 standen die Räume wieder zur Verfügung und Marlog erhielt eine zweite Chance. Doch als er durch die Tür trat, fiel er zunächst aus allen Wolken.

„Der Boden war vergammelt, es hingen gefühlt zehn Tapeten herunter, die Decke war kaputt, Heizung und Strom gab es so gut wie nicht. Es war nur noch die Substanz übrig”, schildert der Brannenburger. Aber auch wenn „renovierungsbedürftig“ in diesem Fall stark untertrieben war, investierte Marlog in den Standort und ist nun seit Monaten damit beschäftigt, die rund 140 Quadratmeter herzurichten. Rund 30000 Euro und Hunderte Stunden Arbeit flossen in das Projekt. Durch seine Kontakte zu Handwerkern, Architekten und Statikern holte er sich Hilfe und begann mit der Renovierung.

„Das ging oft bis tief in die Nacht“, sagt Marlog. Denn schließlich musste er auch noch seiner Hauptarbeit nachkommen. Seit gut zwei Jahren betreibt er in der Dorfstraße seine eigene Glaserei. Nachdem der Familienvater zwölf Jahre in Rosenheim angestellt war, reifte in ihm der Entschluss, seine Meisterprüfung zu machen und Dinge „so umzusetzen, wie ich sie für richtig halte”.

„Herzensprojekt“
sorgt für Aufsehen

Das aktuelle „Herzensprojekt“ von Marlog hat in Brannenburg bereits für Aufsehen gesorgt. „Ich habe fast jeden Tag Abdrücke an den Fensterscheiben von Leuten, die hineinschauen”, berichtet Marlog schmunzelnd.

Auch in den sozialen Medien wurde bereits reichlich spekuliert. „Es gibt kaum einen Brannenburger, der das nicht mitbekommen hat“, meint auch Bürgermeister Matthias Jokisch.

Zu zentral sei das Gebäude in der Nähe der Hauptkreuzung zwischen Rosenheimer- und Bahnhofsstraße. Der Rathauschef freue sich daher sehr, dass die alten Räume wieder hergerichtet werden. „Dass die Fläche als Laden genutzt wurde, ist ja schon lange her“, meint Jokisch mit Bezug auf die US-Waren, die nun ein paar Meter weiter angeboten werden. „Sehr lange davor war dort sogar einmal die Polizei stationiert“, erinnert sich Jokisch. Doch mit der Zeit wurde das Haus immer unansehnlicher.

Am 22. April
ist die Eröffnung

Zusammen mit seiner Frau Franziska Marlog und einem festen Mitarbeiter will der Glasermeister sich jetzt vergrößern. Die neuen Räume an der Rosenheimer Straße sollen ihm dabei helfen. „Ich möchte meine Arbeit ausweiten, Mitarbeiter ausbilden und so mehr Aufträge übernehmen können“, sagt Marlog.

Im ehemaligen US-Warenladen sollen dementsprechend künftig Teile seiner Arbeit ausgestellt werden. Zudem wird dort das Büro von Franziska Marlog eingerichtet, die sich um sämtliche administrativen Arbeiten kümmert.

Ab dem 22. April ist die neue Glaserei unter der Woche zwischen 8.30 und 12 Uhr besetzt.

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