Schechen – Die Gemeinde hat den größten Etat in ihrer Geschichte aufgestellt. Der Gemeinderat billigte in seiner vergangenen Sitzung den Haushalt mit einem Gesamtvolumen von knapp 30 Millionen Euro. „Das können wir jetzt ein Jahr stemmen“, so das Fazit des Kämmerers. Doch dann müsse man wieder auf ein vernünftiges Maß kommen. Der Gesamthaushalt 2023 betrug rund 21,15 Millionen Euro.
Der Verwaltungshaushalt für das Jahr 2024 beläuft sich auf knapp 13,5 Euro, der Vermögenshaushalt beträgt rund 16,3 Millionen Euro. Josef Dangl, Schechens Kämmerer, meinte: „Für eine Gemeinde unserer Größe ist das der Wahnsinn.“ Der Grund für die gestiegenen Summen sei ein generelles Wachstum der Gemeinde, aber auch eine Zunahme der Investitionen. In den vergangenen Jahren habe man immer wieder geplante Maßnahmen aus verschiedenen Gründen verschieben müssen. „Heuer schoppen sich die alle zusammen“, so Dangl.
„Vernünftige Steigerung“ im Verwaltungshaushalt
Im Verwaltungshaushalt verzeichne man eine „vernünftige Steigerung.“ Der Ansatz liegt mit knapp 13,5 Millionen Euro rund 943000 Euro über dem Wert des Vorjahres. Schechen habe immer mehr Einwohner, damit verbunden sei die Notwendigkeit von immer mehr Einrichtungen und mehr Personal. Die größten Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Kreisumlage sowie die Personalkosten. Die Kreisumlage steigt von 2,65 Millionen Euro (2023) auf 3,84 Millionen Euro. Gründe hierfür sind die höhere Umlagekraft der Gemeinde aufgrund hoher Steuereinnahmen im Jahr 2022 sowie die Erhöhung des Umlagesatzes von 46,75 auf 48,5 Punkte durch den Landkreis. Die Personalkosten steigen um 272400 Euro von rund 3,44 Millionen Euro auf 3,71 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür sind laut Dangl zum Beispiel eine Tariferhöhung, die Auszahlung des Inflationsausgleichs sowie die Besoldungserhöhung bei den Beamten.
Die Haupt-Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 3,69 Millionen Euro (2023: 3,36 Millionen Euro) und die Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer liegt heuer voraussichtlich bei 2,65 Millionen Euro, 2023 betrug der Ansatz 2,5 Millionen Euro.
Vielzahl an Investitionen im Vermögenshaushalt
Der Ansatz des Vermögenshaushaltes steigt von 8,66 Millionen Euro (2023) auf 16,33 Millionen Euro. Die größten Investitionen sind der Bau des neuen Vereinsheims inklusive Bezuschussung des Sportplatzbaus des Sportvereins sowie die Erschließung des Geländes. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 6,4 Millionen Euro, wovon 4,26 Millionen Euro heuer fällig sind.
Für den Erwerb von Grundstücken sowie Erschließung der Grundstücke „Zur Feldgrube“ und im Gewerbegebiet sind rund vier Millionen Euro eingeplant. Infrastrukturmaßnahmen werden mit 5,4 Millionen Euro beziffert, wobei rund 2,8 Millionen Euro auf den Wasserleitungsbau fallen. Eine große Einzelmaßnahme in Höhe von 4,7 Millionen Euro ist die Erneuerung der Hauptwasserleitung von Rosenheim nach Schechen, wofür im laufenden Jahr 2,4 Millionen Euro veranschlagt sind. Auf den Straßenbau und Sanierungsmaßnahmen entfallen rund 1,9 Millionen Euro. Darunter ist unter anderem die Sanierung der Marienberger Straße mit 660000 Euro zu finden. Der Umbau des Vereinshauses in Pfaffenhofen schlägt mit rund 1,3 Millionen Euro zu Buche.
Die Rücklagen werden für dieses Jahr dringend gebraucht
Finanziert wird das alles unter anderem durch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von rund 11,7 Millionen Euro sowie Grundstücksverkäufen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
Die Rücklagen verringern sich mit der Entnahme bis Ende des Jahres laut Haushaltsansatz auf rund 2,22 Millionen Euro. Im Endergebnis werde der Betrag etwas höher ausfallen, da eine Entnahme im Jahr 2023 nicht getätigt wurde, wie Dangl erklärte. Nichtsdestotrotz werde sich das Finanzpolster der Gemeinde auch in den kommenden Jahren verringern, eine Steigerung sei erst 2027 wieder absehbar.
Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt, so erklärte der Kämmerer, sei ein Indikator für die Wirtschaftssituation einer Gemeinde. Sie zeige, ob eine Kommune ihre Ausgaben decken könne. Der Ansatz liegt bei 388000 Euro (2023: 1,66 Millionen Euro). Laut Kämmerer fallen die Beträge in der Regel aber im Endergebnis höher aus, als der Ansatz prognostiziert. Der Rückgang liegt laut Kämmerer an den guten Ergebnissen in den Jahren 2021 und 2022 und der damit verbundenen hohen Umlagekraft, die zu höheren Kreisumlagen und geringeren Schlüsselzuweisungen führen. Die Mindestzuführung könne jedoch erreicht werden. Das zeige, dass die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde nicht gefährdet sei – anders als bei anderen Gemeinden im Landkreis, die laut Kämmerer die Kreisumlage kaum noch zahlen könnten.
Mehr Aufgaben, mehr Personal, kaum Einsparmöglichkeiten
In der anschließenden Diskussion wollte Gemeinderatsmitglied Dr. Florian Zeller (CSU) wissen, ob man auf der Ausgabenseite sparen könne. Der Kämmerer betonte, dass die Gemeinde immer mehr Einrichtungen bekomme. Deren Zunahme erfordere zudem einen steigenden Personalbedarf. Man schaue immer, wo man optimieren könne, doch „Rieseneinsparpotenziale“ gebe es nicht. Er betonte außerdem, dass die Gemeinde durchaus über Werte verfüge. Man habe noch einige Baugrundstücke, die man veräußern könne.
Der Gemeinderat bewilligte die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan, den Finanzplan bis 2027 sowie den Stellenplan einstimmig.