Bad Endorf/Breitbrunn – „Lustig“, „cool,“ finden es die meisten aus der 8. Klasse der Mittelschule Bad Endorf. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Susanne Sedlbauer und Petra Fischer-Rados und Irmi Wallner vom Lions Club Bad Endorf setzen sie Buchenpflanzen. 300 Stück. Angeleitet von Azubis und Förstern der Bayerischen Staatsforsten.
Zwischen Eggstätt, Breitbrunn und Gollenshausen liegt das rund 65 Hektar große Areal, das hauptsächlich von Fichten dominiert ist, sich aber aufgrund von Stürmen und Schneebruch im vergangenen Jahr beginnt aufzulösen. Auffallend sind die mit einem pinken Z markierten Bäume. „Das sind die, die wir als Zukunftsbäume markiert haben“, erklärt Felix Wölfl, Förster des Forstbetriebes Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten. Drumherum nimmt man dabei die sogenannten Bedrängerbäume weg, um den Z-Bäumen mehr Wachstumschancen einzuräumen. Doch so mancher Z-Baum steht aufgrund von Windwurf und Schneebruch nun recht verloren herum. Und genau deshalb sollen hier insgesamt 2000 Buchen angepflanzt werden, sagt Leonard Meurer, ebenfalls Förster am Forstbetrieb Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten.
Buchen, die neben der Tanne, der Douglasie und anderen Edel-Laubbäumen wie Ulme und Ahorn langsam aber sicher den reinen Fichtenwald aufmischen sollen. Schließlich dient der Wald nicht nur Erholungszwecken, sondern leistet durch die nachhaltige Bewirtschaftung auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Darüber hinaus sind Wälder wertvolle Ökosysteme zum Schutz der Biodiversität. Die Schüler lauschen aufmerksam Meurers Erklärungen.
Dem Lions Club Bad Endorf – Chiemgau haben sie die Einladung zu verdanken. Dieser verarbeitete im vergangenen Jahr eine Wildbret-Spende der Bayerischen Staatsforsten zu Wildbret-Würsten, verkaufte diese auf dem Weihnachtsmarkt auf der Fraueninsel und widmete den Erlös der Kinder- und Jugendarbeit in der Region.
Nun also stehen 24 Schüler aus der Bad Endorfer Mittelschule bereit, um 300 Jungpflanzen einzusetzen. Fünf Azubis der Bayerischen Staatsforsten zeigen den Schülern, wie man die jungen Buchen setzt. Mia (14) und Jessica (14) haben viel Spaß, die Hacke schwingen sie wie Profis, dann setzen Kati und Maja (beide 15) die Jungpflanzen unter Anleitung von Azubi Korbinian behutsam in die Löcher und schaufeln diese wieder zu. Aber Förster werden, nein, das wollen sie wohl eher nicht. Auch Marius (15) nicht. Er möchte später Programmierer werden, das sei besser bezahlt, verkündet er. Johannes (14) hingegen findet die Aktion sehr gut. Er kennt sich ja auch im Wald bestens aus: „Wir haben daheim eine Landwirtschaft. Da gehört auch ziemlich viel Holz dazu.“
Nur unterbrochen von einer kurzen Brotzeit erstreckt sich die Baumpflanzaktion über den ganzen Vormittag. Eine ganz andere Form des Unterrichts, die bei den Schülern „super gut“ ankommt, urteilt Sedlbauer. Dazu noch die Erklärungen der Förster vor Ort: So lerne man das Ökosystem Wald besser kennen und wertzuschätzen.
„Über den Verein Bergwaldprojekt kann man sich auch über eine ganze Woche hinweg an Projekten rund um den Bergwald beteiligen“, werben Meurer und Wolf. Ob die Achtklässler das wollen, ist noch nicht geklärt, der Vormittag im Wald jedenfalls hat allen großen Spaß gemacht.