Brannenburg – Obwohl bestes Ausflugswetter herrschte und in der Gemeinde gleichzeitig mehrere andere Veranstaltungen waren, war die Brannenburger Seniorenmesse am vergangenen Samstag gut besucht. Bei ständigem Kommen und Gehen waren stets mehrere Dutzend Senioren und Seniorinnen in der Eingangshalle der Schule, um sich bei 20 Organisationen über Themen zu informieren, die vor allem für ältere Menschen interessant sind. Die Messe war laut Organisatorin Monika Wendrich im Rahmen einer bayernweiten Aktionswoche zum Wohnen im Alter erstmals veranstaltet worden. Ziel sei gewesen, Angebote für Senioren in kompakter Form zu präsentieren.
Dicht umlagert war der Stand der Verkehrswacht Rosenheim. Auf einem Teststand, auf dessen Bildschirm eine Autofahrt simuliert wurde, konnten die Besucher ihre Reaktionsgeschwindigkeit testen. Und wer als Senior nicht häufig fährt und deshalb wegen der hohen Fixkosten kein eigenes Auto vorhalten will, war am Stand von „INNergie“ an der richtigen Adresse. Der Carsharing-Koordinator des Unternehmens, Luis Säuberlich, informierte nicht nur darüber, wie man kostengünstig zehn verschiedene Autos fahren kann, sondern bot auch gleich Testfahrten mit den umweltfreundlichen Elektroautos an.
Breiten Raum nahmen die Bereiche Sicherheit im Haus und gesunde Ernährung ein. Die Wohnberatung des Landratsamts informierte über barrierefreien Umbau von Wohnungen, das Rote Kreuz über Notrufsysteme und Essen auf Rädern – mit Kostproben. Die Theorie dazu präsentierte Ernährungsberaterin Stephanie Schlegel vom Landwirtschaftsamt.
Trotz der ständigen Information über den sogenannten Enkeltrick ist er bei Betrügern immer noch der Renner. Social Media und künstliche Intelligenz haben diesen deutlich verbessert, weil die Stimmen der Enkel bei Schockanrufen sehr gut imitiert werden können, wie der Sicherheitsberater Klaus Seidl den zwölf Besuchern seines Vortrags erklärte. Schockanrufer und Betrüger, die als Polizisten oder Handwerker ins Haus kommen, hätten im Bereich Oberbayern Süd in einem Jahr einen Schaden von 2,4 Millionen Euro verursacht, so Seidl, der ehrenamtlich Senioren berät. Dass es nicht nur die anderen trifft, wie oft angenommen werde, zeigte die Frage von Seidl, wer schon einmal einen solchen Anruf bekommen habe. Fast die Hälfte der Anwesenden meldete sich.
Auch Vertreter der übernächsten Seniorengeneration beteiligten sich an der Messe. So spielten junge Musikanten des Trachtenvereins den Besuchern auf, und Schülerinnen übernahmen deren Bewirtung mit Gebäck und Obst, das von örtlichen Unternehmen gespendet wurde. Die Besucher spendeten dafür 185 Euro an die Schule.
„Ich bin sehr zufrieden“, zieht Wendrich nach der Messe ihre Bilanz. Es seien fast 300 Besucher gekommen, was für die erste Veranstaltung der Reihe ein Erfolg sei. Wie es genau weitergeht, sei noch offen. Die Messe könne eine Anregung für andere Inntalgemeinden sein, auch eine größere gemeinsame Messe im Inntal sei denkbar. Eine reale Messe sei immer noch sinnvoll, auch wenn alle Informationen im Internet zu finden sind. Bei der Messe würden soziale Kontakte geknüpft, die besonders für ältere Menschen wichtig seien. Als zeitlichen Abstand zwischen den Veranstaltungen hält Wendrich „zwei bis drei Jahre“ für sinnvoll.
Alfred Schubert