Riedering-Söllhuben – 250 Jahre Kirche St. Rupert in Söllhuben – dies gilt es, würdig zu feiern. Und wie geht das besser als mit Festgottesdiensten und viel Musik? Beim Festgottesdienst an Christi Himmelfahrt (9. Mai) wirken über 40 Söllhubener – von Klein bis Groß – musikalisch mit. Und es kommt sogar noch besser: Die Messe haben Söllhubener komponiert.
Vier Komponisten machen eine Messe
Marie-Theres Härtel, Bratscherin, und Florian Trübsbach, Professor für Jazzsaxofon an der Musikhochschule in München, leben mit ihrer Familie seit über zehn Jahren in Söllhuben, Maria Rothmayer, gebürtige Söllhubenerin, ist Lehrerin und Musikerin und Trompeter Matthias Linke, Mitglied des Grassauer Blechbläser-Ensembles sowie Leiter des Chiemgau Orchesters, ist dem Ort persönlich verbunden.
Das Kyrie hat Marie-Theres Härtel komponiert, das Gloria ihr Mann Florian Trübsbach, das Sanctus Matthias Linke und das Agnus Dei ist ein Gemeinschaftswerk von Maria Rothmayer und Florian Trübsbach. Herausgekommen ist eine klassische Orchestermesse, die durch die vier Komponisten für die einzelnen Teile stilistisch ganz unterschiedlich und von klassisch bis modern klingt.
„Das alles ist einmalig und sicher nicht ganz alltäglich,“ meint Gemeindereferent Tobias Gaiser. Er, der den Rhythmuschor Söllhuben und das Ensemble Quintessenz am Klavier begleitet und selbst komponiert, wird vorne am Altar, gemeinsam mit dem Ruhestandsgeistlichen Herbert Zimmermann, wirken und predigen.
Seit Monaten laufen die Proben. Der Kirchenchor hat dafür eigens seine wöchentliche Probearbeit verdoppelt. Einstudiert werden sie von Organist Lothar Ganter und Max Alt. Das Söllhubener Streichorchester, von Marie-Theres Härtel gegründet und geleitet, probt seit Februar. Da wirken viele mit, von Kindern bis zu Senioren, lobt Gaiser. Unter der Leitung von Matthias Linke haben sich kürzlich alle Mitwirkenden – zu Kirchenchor und Streichorchester gesellen sich noch die Kirchenbläser – zu einer ersten gemeinsamen Probe im Pfarrheim getroffen. Der Uraufführung im Rahmen des Jubiläums 250 Jahre Pfarrkirche Söllhuben im Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 9. Mai, um 8.45 Uhr fiebern nun alle entgegen.
Ein bisschen aufgeregt darf man schon sein, schmunzelt Gaiser. Zusammen mit Renate Grabmayer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, und Thomas Barrensbrügge, stellvertretender Vorsitzender des Pfarrverbandsrates, und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern hat Gaiser seit gut eineinhalb Jahren die Feierlichkeiten rund um das Jubeljahr der Kirche organisiert.
Entdeckungstour in der Pfarrkirche
Doch auch so gibt es viel zu entdecken in der Pfarrkirche. Erstmals 924 als Urpfarrei urkundlich erwähnt, erfuhr die Pfarrkirche mehrfache Umbauten und Erweiterungen. Einmalig ist sicherlich der Zentralbau mit einem ungleichseitigen Arkadenoktogon und den umgewidmeten Altar-Figuren. Der Kirchenpatron St. Rupert mit dem Salzfass war ursprünglich Servatius mit Drachen, der heilige Benno mit dem Fisch vormals der heilige Wolfgang mit dem Kirchenmodell und aus dem heiligen Dionysius wurde in Söllhuben der heilige Martin.
Verwirrt? Also auf nach Söllhuben, selber nachschauen in der Kirche St. Rupert. Genau gegenüber vom Wirt. Wie sich‘s gehört.